Dlf 09.01.2026
00:04 Uhr

Sturmtief Elli - Wegen Winterwetter viele Schulen geschlossen - In Berlin und Brandenburg bleibt großer Schneefall aus


Das Sturmtief "Elli" sorgt für einen Wintereinbruch zahlreichen Regionen. Der Deutsche Wetterdienst erwartet "von Südwesten aufkommende, teils kräftige Schneefälle", die sich bis zur Elbe ausbreiten. Viele Schulen bleiben geschlossen. Für einige Bundesländer geben Meteorologen unterdessen Entwarnung.

Sturmtief Elli - Wegen Winterwetter viele Schulen geschlossen - In Berlin und Brandenburg bleibt großer Schneefall aus
Der DWD hob die Unwetterwarnung vor starkem Schneefall für Berlin und Brandenburg auf. Es werde in der Nordhälfte Brandenburgs und in Berlin deutlich weniger Schnee herunterkommen als vorhergesagt, sagte ein Sprecher. Auch Nordrhein-Westfalen bleibt nach aktueller Prognose vom Sturmtief weitgehend verschont. Die Experten warnen nur noch für das Sauerland sowie für Teile Ostwestfalens vor gefährlichem Schneefall. Trotzdem appellierte die Polizei an Autofahrer, überall vorsichtig zu fahren.

Viel Schnee im Nordwesten und Staulagen der Mittelgebirge

In einem Streifen von der Nordsee bis in den Osten hinein können verbreitet zehn bis 15 Zentimeter Neuschnee zusammenkommen. Den meisten Schnee erwartet der Deutsche Wetterdienst für die sogenannten Staulagen der Mittelgebirge. An den Seiten der Berge, die dem Wind zugewandt sind, können 20 Zentimeter Neuschnee fallen, wie die Meteorologen prognostizierten.

Deutsche Bahn: Kein Fernverkehr im Norden

Die Deutsche Bahn stellt aufgrund der Wettersituation den Fernverkehr im Norden Deutschlands vorübergehend ein. Das teilte das Unternehmen mit. Der gesamte Schienenverkehr im Großraum Hannover sei bis mindestens Mittag eingestellt. Der Konzern geht davon aus, dass bis Samstag Verspätungen und Zugausfälle möglich sind. Wer kann, sollte seine Reise verschieben. Schon gekaufte Tickets könnten auch zu einem späteren Zeitpunkt genutzt werden.
Derzeit kommt es der Bahn zufolge vor allem auf Strecken in Richtung Norden zu Einschränkungen, unter anderem an die Nordsee sowie nach Kiel, Rostock und Rügen. Als Vorsichtsmaßnahme habe man dort bereits rund die Hälfte der Züge aus dem Verkehr genommen. Fahrgäste würden darüber über die Auskunftssysteme informiert, hieß es.

Glätte und Unfälle

Von den Folgen des Winterwetters sind bundesweit auch viele Straßen betroffen. In etlichen Städten wurde der Busverkehr vorsichtshalber eingestellt. In Bayern haben Dutzende Unfälle für zahlreiche Polizeieinsätze gesorgt. Behinderungen gibt es auch auf mehreren Autobahnen: In Osthessen waren laut Polizeipräsidium drei Autobahnen in beide Richtungen blockiert, die A7, die A4 und die A5. Grund sind nach Angaben eines Sprechers festgefahrene und querstehende Lastwagen. Bei Calw in Baden-Württemberg rutschte ein Linienbus einen Hang hinunter, dabei verletzten sich laut der örtlichen Polizei drei Menschen leicht. 

Fährverkehr teilweise eingestellt

Der Fährverkehr an der niedersächsischen Nordseeküste ist weitgehend zum Stillstand gekommen. Mehrere Inseln sind derzeit nicht per Schiff erreichbar - darunter Langeoog, Spiekeroog, Norderney und Wangerooge. Problematisch ist vor allem der erwartete starke Ostwind. Er drückt das Wasser von der Küste weg, Fähren können dann nicht oder nur eingeschränkt fahren.

Schneefrei für manche Schüler

In Hamburg, Niedersachsen, Bremen und in Teilen Schleswig-Holsteins fällt der reguläre Schulbetrieb aus. Nach Angaben der zuständigen Behörden gibt es teilweise Distanzunterricht und Notbetreuung für jüngere Kinder. Grund für die Schließungen ist meist, dass die Schulbusse nicht fahren und eine sichere Anreise nicht gewährleistet werden kann.
Auch in Regionen in Bayern, Thüringen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Berlin fällt teils der Präsenzunterricht aus oder Eltern können ihre Kinder vom Unterricht entschuldigen. Mancherorts sind auch Kitas und Kindergärten betroffen.

Bisher normaler Flugbetrieb in Frankfurt und am BER

Das Winterwetter hat zunächst keine größeren Auswirkungen auf den Betrieb am Frankfurter Flughafen. Wie eine Sprecherin des Betreibers Fraport mitteilte, gibt es bisher keine Einschränkungen bei Starts und Landungen. Die Wetterlage werde im Tagesverlauf weiter sorgfältig beobachtet, vor allem mit Blick auf den Wind, sagte die Fraport-Sprecherin weiter. Auch am Flughafen Berlin-Brandenburg (BER) läuft der Flugverkehr bisher normal.

Einschränkungen auch in Frankreich

Das Sturmtief "Elli" sorgt auch in den Nachbarländern für Störungen. Ein französischer Energieversorger teilte mit, für rund 380.000 Haushalte sei der Strom ausgefallen. Für die Küste des Ärmelkanals wurde außerdem die höchste Unwetterwarnstufe ausgerufen und es kommt zu Einschränkungen im Bahnverkehr.
Diese Nachricht wurde am 09.01.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.