Dlf 09.01.2026
23:37 Uhr

Sturmtief "Elli" - Viel Neuschnee in Baden-Württemberg - Bahnstrecken im Norden werden schrittweise wieder in Betrieb genommen


Die Folgen des Wintersturms "Elli" sind in weiten Teilen Deutschlands weiterhin zu spüren. Der in Norddeutschland unterbrochene Fernverkehr der Bahn soll langsam wieder anrollen – allerdings mit großen Einschränkungen, wie die Deutsche Bahn mitteilte.

Sturmtief
Los ging es zunächst auf der Achse Berlin-Hannover-Ruhrgebiet, wie eine Bahn-Sprecherin bestätigte. Vom Ruhrgebiet aus sei gegen Mittag ein ICE Richtung Berlin losgefahren. Die Nord-Süd-Verbindungen, etwa zwischen Berlin und Hamburg, sollen aber erst im Laufe des Tages wieder den Betrieb aufnehmen.
Auf mehreren Zugverbindungen bleibt der Bahn zufolge der Fernverkehr am Samstag weiterhin ausgesetzt, etwa vom Norden aus nach Kopenhagen oder Amsterdam. Der Regionalverkehr soll auf einzelnen Strecken im Laufe des Tages langsam wieder anlaufen. Wie vielerorts die Busse standen viele Regionalzüge ebenfalls vorübergehend still.

Räumdienste in vielen Städte im Einsatz

Auch der Straßenverkehr ist von den Folgen des Wintersturms betroffen. In vielen Städten ist die Stadtreinigung im Großeinsatz - in Hamburg zeitweise mit 360 Fahrzeugen. Vor allem am Freitag hatte es viele, zum Teil auch schwere Unfälle gegeben. In Bayern geriet ein 27-jähriger Autofahrer auf einer Landstraße ins Schleudern und prallte mit seinem Wagen in ein entgegenkommendes Auto. Er und ein 18-jähriger Beifahrer starben.
In der Nacht von Freitag auf Samstag blieb es nach Angaben der Polizei dagegen vergleichsweise ruhig. Es habe zwar einige Unfälle gegeben, die meisten davon seien aber glimpflich ausgegangen. Im Nordschwarzwald stürzte ein Schneepflug einen Abhang hinunter. Dabei wurden die beiden Insassen verletzt.

Bis zu 50 Zentimeter Neuschnee im Schwarzwald

Statt im Norden soll es nun in der Mitte und im Süden Deutschlands schneien – mit einem besonderen Schwerpunkt im Schwarzwald und im Allgäu. Dort sind nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes in der Nacht von Freitag auf Samstag 20 bis 30, in den Hochlagen des Schwarzwalds sogar bis zu 50 Zentimeter Neuschnee möglich.

Winterchaos nicht nur in Deutschland

Auch im Ausland sorgt der Winter für Ausnahmezustände: In Frankreich waren Hunderttausende Haushalte zeitweise ohne Strom und es wurde vorsorglich ein Atomkraftwerk abgeschaltet. In Russland gab es zahlreiche Flugausfälle, vor allem in Moskau. In Großbritannien wurde im äußersten Südwesten ein Mann um die 50 tot aufgefunden – ein Baum war auf seinen Wohnwagen gefallen.

Zwei Bundesliga-Begegnungen fallen aus

In der Fußball-Bundesliga wurden die Begegnungen St. Pauli gegen Leipzig und Bremen gegen Hoffenheim wegen des Winterwetters abgesagt.
Diese Nachricht wurde am 10.01.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.