Dlf 05.02.2026
11:20 Uhr

Sinkende Anmeldezahlen - Aussicht auf billigere Führerscheine lässt Fahrschüler zögern


Die von Bundesverkehrsminister Schnieder, CDU, in Aussicht gestellte Kostensenkung beim Führerschein führt offenbar zu deutlich weniger Anmeldungen in Fahrschulen. Angehende Fahrschüler warten laut einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur unter Fahrlehrerverbänden ab, bis die Preise tatsächlich sinken.

Sinkende Anmeldezahlen - Aussicht auf billigere Führerscheine lässt Fahrschüler zögern
Fahrschulen verzeichneten Rückgänge von bis zu 70 Prozent. Man habe einen deutlichen "Schnieder-Effekt", sagte der Vorsitzende des Fahrlehrerverbandes Nordrhein Bartels. Vor allem in Großstädten gibt es deutlich weniger Anmeldungen. Auf dem Land fallen die Anmelderückgänge geringer aus, wohl weil dort mehr Menschen auf den Führerschein angewiesen sind.
Laut dem Landesverband der hessischen Fahrlehrer sehen sich inzwischen einige Fahrschulen gezwungen, Personal einzusparen, Arbeitszeiten zu reduzieren oder den Fuhrpark zu verkleinern.

Führerschein kostet im Schnitt 3.400 Euro

Eine Fahrausbildung kostet in Deutschland im Schnitt 3.400 Euro. Fahrlehrerverbände führen vor allem eine längere Ausbildungszeit als früher, hohe Steuern sowie gestiegene Personal- und Betriebskosten als Faktoren an.
Der Bundesverkehrsminister hatte bereits im Oktober angekündigt, für sinkende Kosten sorgen zu wollen. Angedacht sind etwa der Einsatz von Fahrsimulatoren sowie weniger verpflichtende Sonderfahrten. Vor Weihnachten hatte Schnieder angehenden Fahrschülern dann davon abgeraten, in der Hoffnung auf sinkende Preise mit dem Führerscheinerwerb zu warten. Zwar habe er Eckpunkte für einen bezahlbareren Führerschein vorgelegt, betonte der CDU-Politiker: Doch selbst bei reibungslosem Ablauf werde das geplante Gesetz frühestens Anfang 2027 in Kraft treten. Und dann werde der Führerscheinerwerb nicht "unmittelbar billiger", sagte er den Funk-Medien.
Diese Nachricht wurde am 05.02.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.