Dlf 13.01.2026
11:45 Uhr

SPD-Konzept zur Erbschaftssteuer - Union warnt vor Belastung der Unternehmen


Das SPD-Konzept für eine Reform der Erbschaftssteuer stößt beim Koalitionspartner auf Vorbehalte. Der finanzpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Güntzler, sagte im Deutschlandfunk, der Vorschlag komme zum falschen Zeitpunkt und setze ein falsches Signal.

SPD-Konzept zur Erbschaftssteuer - Union warnt vor Belastung der Unternehmen
Ricky Gervais (hier bei einer Aufzeichnung für Netflix) testet im Londoner West End gerade Pointen und Geschichten für sein nächstes Programm. (Foto: IMAGO/IMAGO/Everett Collection)
Millionen von fleißigen Unternehmern seien jetzt verunsichert, meinte der CDU-Politiker Güntzler im Deutschlandfunk. CSU-Chef Söder sagte dem Portal "The Pioneer", der Vorschlag der SPD schwäche die deutsche Wirtschaft massiv.
Neben der Union lehnen auch mehrere Wirtschaftsverbände das Konzept ab, mit Blick auf Familienunternehmen. Die Stiftung "Familienunternehmen und Politik" sprach von einem "Steuererhöhungskonzept aus der Mottenkiste", der Verband der Chemischen Industrie von einem falschen Signal zur falschen Zeit. Die SPD wies die Kritik umgehend zurück. Fraktionsvize Esdar sagte, für viele Unternehmen und Menschen würde es auch bei Umsetzung des SPD-Konzepts keine Steuererhöhungen geben. Ziel sei mehr Leistungsgerechtigkeit und Chancengleichheit.

Entlastung für kleine und mittlere Erbschaften vorgesehen

Nach den Vorstellungen der SPD sollen große Vermögen stärker besteuert, kleine und mittlere Erbschaften entlastet werden. Ein Freibetrag von etwa einer Million Euro pro Person soll die bisherigen kleinteiligen Regelungen ersetzen. Für Firmen sind Freibeträge von fünf Millionen Euro vorgesehen; das soll dazu dienen, Familienbetriebe zu sichern. Erben größerer Unternehmen müssen dagegen mit Mehrbelastungen rechnen. Die Erbschaftssteuer steht den Bundesländern zu.
Diese Nachricht wurde am 13.01.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.