Dlf 24.12.2025
23:59 Uhr

Rom - Papst Leo hält seine erste Christmette


Papst Leo XIV. hat im Petersdom die Christmette gefeiert. Das Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche beschwor in seiner Predigt die Macht der Liebe, die alle mit einbeziehe. Zugleich kritisierte er etwa die Wirtschaft, die den Menschen als reine Ware betrachte. Es ist das erste Weihnachten mit dem neuen Pontifex nach dem Tod von Papst Franziskus, der im April im Alter von 88 Jahren gestorben war.

Rom - Papst Leo hält seine erste Christmette
Nach Angaben des Vatikanischen Presseamts verfolgten rund 5.000 Menschen den Gottesdienst auf den Großbildschirmen auf dem Petersplatz. In der Papstbasilika nahmen etwa 6.000 Gläubige an der Christmette teil.

Traditioneller Segen "Urbi et Orbi"

Papst Leo XIV. setzt heute die Weihnachtsfeierlichkeiten im Vatikan mit dem traditionellen Segen "Urbi et Orbi" – der Stadt und dem Erdkreis – fort. Er wird außerdem seine Weihnachtsbotschaft verkünden. Zehntausende Gläubige werden dazu auf dem Petersplatz erwartet.

Wieder mehr Christen feiern in Bethlehem

Gestern hatten erstmals seit Beginn des Gazakriegs tausende Christen in Bethlehem wieder in größerem Rahmen Weihnachten gefeiert. Um Mitternacht wurde dort eine Messe vom Lateinischen Patriarchen von Jerusalem, Kardinal Pizzaballa, gehalten. Er rief zu Hoffnung und Wiederaufbau auf. "Offenkundig ist das Leid in Gaza trotz des Endes des Krieges weiterhin allgegenwärtig", sagte Kardinal Pizzaballa. Familien lebten in den Trümmern, und die Zukunft wirke fragil und ungewiss. Pizzaballa hatte zuvor die traditionelle Weihnachtsprozession von Jerusalem nach Bethlehem angeführt.

Palästinensischer Vertreter durfte nicht nach Bethlehem - USA intervenieren

Eine Intervention der USA brachte Israel dazu, den palästinensischen Vize-Präsidenten al-Scheich doch nach Bethlehem reisen zu lassen. Dessen Konvoi war zunächst an der Fahrt in die Stadt gehindert worden, wie die palästinensische Nachrichtenagentur Wafa berichtete.
Bethlehem liegt im von Israel besetzten Westjordanland und gilt der Überlieferung zufolge als Geburtsort von Jesus Christus. Die Behörden hatten in den vergangenen zwei Jahren wegen des Krieges im Gazastreifen auf die festliche Dekoration in Bethlehem verzichtet.
Diese Nachricht wurde am 25.12.2025 im Programm Deutschlandfunk gesendet.