Vor dem Hintergrund der Neugründung einer AfD-Jugendorganisation erklärte die Professorin für Erziehungs- und Sozialisationstheorie im Deutschlandfunk, viele junge Leute fühlten sich von den etablierten Parteien nicht ernst genommen. Rechtsextreme Gruppen böten einfache Erklärungen und klare Feindbilder an in einer komplexen Welt mit Krisen, steigenden Lebenshaltungskosten und dergleichen. Zudem verkörperten sie eine gewisse Stärke, die Jugendliche anspreche.
Kolleck wies zudem darauf hin, dass sich junge Leute oft einsam fühlten. Einsamkeit als Emotion sei enorm gewachsen. Wer wenig Zugehörigkeit erlebe, sei, anfälliger für Angebote, die sofort Gemeinschaft und Zugehörigkeit versprächen. Ähnlich äußern sich andere Jugendforscher.
Insbesondere der AfD gelinge es, die psychologischen Grundbedürfnisse von jungen Menschen zu adressieren, ihr Bedürfnis, sich in der Gesellschaft wirksamer zu fühlen. Dass sie sich von Einschätzungen des Verfassungsschutzes zum Rechtsextremismus nicht abstecken lassen, hängt nach ihrer Aussage auch mit dem Vertrauensverlust gegenüber demokratischen Institutionen zusammen, der unter anderem in den Sozialen Medien befeuert wird.
Diese Nachricht wurde am 29.11.2025 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
