Dlf 09.07.2026
06:34 Uhr

Prozess in Zweibrücken - Zugbegleiter zu Tode geprügelt - Urteil fällt


Fünf Monate nach dem tödlichen Angriff auf einen Zugbegleiter in Rheinland-Pfalz wird heute am Landgericht Zweibrücken das Urteil gegen den mutmaßlichen Täter erwartet. Der 26-jährige Angeklagte soll dem Schaffner Anfang Februar bei einer Ticketkontrolle mit den Fäusten gegen den Kopf geschlagen haben.

Prozess in Zweibrücken - Zugbegleiter zu Tode geprügelt - Urteil fällt
Der 36-jährige Zugbegleiter starb zwei Tage später an einer Hirnblutung. Die Tat wurde von Überwachungskameras aufgezeichnet.

Tat aus "nichtigem Grund"

Die Staatsanwaltschaft fordert zwölf Jahre Haft wegen Körperverletzung mit Todesfolge. Der Angeklagte habe die Tat aus einem "nichtigen Grund" begangen, weil er keine Fahrkarte gehabt habe, erklärte Staatsanwalt Horras in seinem Plädoyer. Ein Tötungsvorsatz sei allerdings nicht erkennbar. Die Verteidigung sieht einen minderschweren Fall der Körperverletzung mit Todesfolge und forderte ein Urteil im Bereich des unteren Strafrahmens.

Bodycams für Zugbegleiter auch im Fernverkehr

Der Fall hatte eine Diskussion über die Sicherheit von Zugbegleitern ausgelöst. Bahnchefin Palla hatte danach angekündigt, dass alle Beschäftigten mit Kundenkontakt noch in diesem Jahr auf freiwilliger Basis mit einer sogenannten Bodycam ausgestattet werden sollen. Bisher war das nur im Regionalverkehr der Fall, seit Anfang Juli erhalten auch rund 2.000 Mitarbeitende im Fernverkehr die Kameras. Dies umfasst Kontrolleure sowie Beschäftigte in der Bordgastronomie und in den DB Lounges.  

Zusätzliche Sicherheitskräfte

Weitere Maßnahmen sind die Einstellung von 200 zusätzlichen Sicherheitskräften sowie die Weiterentwicklung eines sogenannten Hilferufknopfs, mit dem Bahn- Mitarbeiter in Gefahrensituationen unauffällig die Leitstelle informieren können.
Diese Nachricht wurde am 09.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.