Dlf 14.01.2026
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Newsblog zur Lage im Iran - Trump: Hilfe ist unterwegs


+++ US-Präsident Trump hat die Bevölkerung im Iran aufgerufen, die Proteste gegen das Regime fortzusetzen. +++ Deutschland und weitere Länder bestellen Irans Botschafter ein. +++ Bei den regierungskritischen Protesten im Iran hat es möglicherweise bereits tausende Tote gegeben. +++ Weitere Entwicklungen im Nachrichtenblog.

Newsblog zur Lage im Iran - Trump: Hilfe ist unterwegs
+++ Nahost-Forum fordert von Merz Ausweisung des iranischen Botschafters
Nahostexperten haben die sofortige Ausweisung des iranischen Botschafters aus Deutschland gefordert. Zugleich sei unverzüglich der deutsche Botschafter abzuziehen, teilte die Denkfabrik Mideast Freedom Forum Berlin angesichts der Gewalt gegen Demonstranten mit. Direktor Spaney sagte, das iranische Regime habe keine Legitimität mehr. Auch Bundeskanzler Merz habe öffentlich erklärt, dass das iranische Regime am Ende sei. Jetzt müssten diesen Worten konkrete politische Konsequenzen folgen.

+++ Trump: Hilfe ist unterwegs

US-Präsident Trump hat die Bevölkerung im Iran aufgerufen, die Proteste gegen das Regime fortzusetzen. Er schrieb in seinem sozialen Netzwerk Truth Social, die Menschen sollten die Institutionen in ihrem Land übernehmen. Trump erklärte, Hilfe sei unterwegs, ohne dies näher zu erläutern. Die Menschen sollten sich die Namen der Täter merken – diese würden einen hohen Preis zahlen.

+++ Deutschland bestellt iranischen Botschafter ein

Das Auswärtige Amt in Berlin hat aus Protest gegen das gewaltsame Vorgehen gegen Demonstranten im Iran den iranischen Botschafter einbestellt. Das brutale Vorgehen des iranischen Regimes gegen die eigene Bevölkerung sei schockierend, erklärte das Amt. Man fordere Iran nachdrücklich auf, die Gewalt gegen die eigenen Bürgerinnen und Bürger zu beenden und ihre Rechte zu achten.
Auch Frankreich, Großbritannien und weitere Länder bestellten die iranischen Botschafter ein. Die französische Regierung verurteile mit diesem Schritt die Staatsgewalt, die blindlings gegen friedliche Demonstranten ausgeübt werde, sagte Außenminister Barrot vor den Abgeordneten der Nationalversammlung in Paris. Die britische Außenministerin Cooper zeigte sich beunruhigt, dass die bislang verfügbaren Berichte das Ausmaß des Grauens noch unterschätzten.

+++ Die Angaben über die Zahl der getöteten Demonstranten im Iran gehen stark auseinander.

Menschenrechtler beziffern die Zahl der Toten seit Ausbruch der Proteste Ende Dezember auf mehr als 600. Die Nachrichtenagentur Reuters meldet unter Berufung auf iranische Behördenvertreter rund 2.000 Todesopfer; der iranische Exilsender Iran International mit Sitz in London spricht sogar von mindestens 12.000 Toten. Das Medium beruft sich unter anderem auf Quellen mit Verbindungen zu den Revolutionsgarden, dem Nationalen Sicherheitsrat sowie dem Büro des Präsidenten im Iran. Überprüfen lassen sich die Angaben nicht.

+++ Die Präsidentin der EU-Kommission, von der Leyen, hat neue Sanktionen der Europäischen Union gegen den Iran angekündigt.

Sie erklärte, man wolle den Mitgliedsstaaten schnell neue Strafmaßnahmen vorschlagen. Von der Leyen verurteilte – Zitat – den exzessiven Einsatz von Gewalt und die fortgesetzte Einschränkung der Freiheit. Sie schrieb auf X, die steigende Opferzahl im Land sei entsetzlich.

+++ Der UNO-Hochkommissar für Menschenrechte, Türk, hat sich entsetzt über die Gewalt gegen Protestierende im Iran gezeigt

Das Töten friedlicher Demonstranten müsse enden, erklärte Türk in Genf. Auch "die Stigmatisierung von Demonstranten als 'Terroristen', um Gewalt gegen sie zu rechtfertigen, ist inakzeptabel", fügte Türk hinzu. Die iranischen Behörden versuchten, "mit brutaler Gewalt legitime Forderungen nach Veränderung zu unterdrücken".

+++ Die Justiz im Iran hat angesichts der laufenden Massenproteste gegen die Staatsführung erste Anklagen in die Wege geleitet

Die Staatsanwaltschaft in Teheran habe gegen mehrere festgenommene Personen Anklage erhoben, berichten staatliche Medien. Besonders schwere Fälle von - Zitat - "Randalierern" würden vorrangig und gesondert behandelt. Dazu zähle auch der Vorwurf der sogenannten "Kriegsführung gegen Gott", die nach geltendem islamischem Recht im Iran mit der Todesstrafe geahndet werden kann.

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Diese Nachricht wurde am 14.01.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.