in Pakistan +++ Ein dreiköpfiges Gremium mit dem Präsidenten soll im Iran die Führung übernehmen +++ Iranische Staatsmedien bestätigen Tod Chameneis +++ +++ Weitere Entwicklungen im Nachrichtenblog
Sonntag, 1. März
+++ Acht Tote in Israel nach Raketenangriffen
In der israelischen Stadt Beit Schemesch ist eine Rakete in einem Gebäude eingeschlagen. Dabei kamen nach Angaben von Ärzten acht Menschen ums Leben. Weitere Personen wurden verletzt. Die Stadt liegt westlich von Jerusalem. Gestern war bereits eine Frau in der Region Tel Aviv bei iranischen Angriffen getötet worden.
+++ Beim Angriff auf eine Mädchenschule im Iran sollen mehr als 100 Menschen getötet worden sein.
Rettungskräfte des Iranischen Roten Halbmondes sprachen von mindestens 108 Opfern. Auch die Justizbehörden gaben die Zahl der Toten mit 108 Toten an. Lokale Behörden machten Israel für den Angriff in Minab verantwortlich. Die israelische Armee erklärte, sie wisse nichts über einen israelischen oder US-Angriff in Minab.
+++ Lufthansa streicht zahlreiche Flüge bis zum 8. März
Alle Airlines der Lufthansa Group setzen ihre Flüge in den Nahen Osten zunächst bis zum 08. März aus. Betroffen sind die Verbindungen nach Tel Aviv, Beirut, Amman, Erbil, Dammam und Teheran, wie die Fluggesellschaft mitteilte. Im gleichen Zeitraum werden die Lufträume über Israel, Libanon, Jordanien, Irak, Katar, Kuwait, Bahrain, Dammam und Iran nicht genutzt. Flüge von und nach Dubai sowie Abu Dhabi werden demnach bis einschließlich 4. März ausgesetzt.
+++ EU-Außenminister beraten in digitaler Konferenz
Die EU-Außenbeauftragte Kallas hat den Tod von Chamenei als einen "entscheidenden Moment" in der Geschichte Irans bezeichnet. Zwar sei die Zukunft ungewiss, doch sei nun der Weg frei für ein "anderes Iran", das die Menschen mit größerer Freiheit gestalten könnten, schrieb Kallas auf der Plattform X. Die Außenminister der EU kommen heute zu einer virtuellen Sondersitzung zusammen.
+++ Papst Leo XIV. ruft zu Frieden im Nahen Osten auf
Stabilität und Frieden bringe man nicht mit Armeen, sagte das katholische Kirchenoberhaupt in Rom in seiner Ansprache nach dem traditionellen Angelus-Gebet. Der Papst rief dazu auf, die „Spirale der Gewalt“ zu stoppen. Er appellierte an die politischen Entscheider, der Diplomatie wieder Raum zu geben. Zum Wohl der Völker brauche es einen Frieden, der auf Gerechtigkeit aufbaue.
+++ In der Straße von Hormus ist ein Öltanker angegriffen worden.
Nach Angaben der Behörden des Sultanats Oman wurden vier Menschen verletzt. Die 20-köpfige Besatzung des unter der Flagge von Palau fahrenden Öltankers wurde in Sicherheit gebracht. Es ist bisher nicht klar, wer den Angriff verübt hat.
Nach den israelisch-amerikanischen Angriffen auf den Iran haben mehrere Reedereien, Ölkonzerne und Handelshäuser die Fahrten ihrer Schiffe durch die Straße von Hormus eingestellt.
+++ China fordert Rückkehr zu Verhandlungen
Chinas Außenminister Wang hat die Angriffe der USA und Israels auf den Iran als inakzeptabel bezeichnet. Die "unverhohlene Tötung" eines souveränen Staatsoberhaupts und die Anstiftung zum Regimewechsel seien nicht hinnehmbar. Peking fordere ein sofortiges Ende der Militäraktionen und eine Rückkehr zum Dialog, sagte er laut der Nachrichtenagentur Xinhua in einem Telefonat mit dem russischen Außenminister Lawrow.
+++ Weitere Iran-Demo in Berlin
In Berlin sind auch heute Demonstrationen rund um die Lage im Iran geplant. Für den Nachmittag sei eine Kundgebung am Brandenburger Tor mit 5.000 Teilnehmern angemeldet, sagte ein Polizeisprecher. Zudem soll den Angaben zufolge eine Versammlung an der iranischen Botschaft in Dahlem im Bezirk Steglitz-Zehlendorf stattfinden. Bereits gestern hatten in Berlin und in weiteren deutschen Städten tausende Menschen gegen das Regime in Teheran und für Freiheit in dem Land demonstriert.
+++ Russlands Präsident Putin prangert "zynischen Mord" an
Putin kondolierte seinem iranischen Kollegen Peseschkian zum Tod von Ajatollah Chamenei. Er bezeichnete dessen Tötung bei den Luftangriffen durch die USA und Israel als "zynischen Mord". Damit seien alle Normen der menschlichen Moral und des Völkerrechts verletzt worden. Auch Nordkorea verurteilte die Angriffe auf den Iran.
+++ Radikal-islamische Hamas verurteilt Tötung von Chamenei
In einer Erklärung der Hamas heißt es, die USA und Israel trügen die volle Verantwortung für das gegen die Souveränität des Iran gerichtete "abscheuliche Verbrechen" sowie die Auswirkungen für die Sicherheit und Stabilität der Region. Die Palästinenserorganisation fügte hinzu, man trauere um Chamenei, der "unseren Widerstand politisch, diplomatisch und militärisch" unterstützt habe.
+++ Irans Präsident spricht von "Kriegserklärung an Muslime"
Peseschkian sagte in einer Fernsehansprache, die "Ermordung" Chameneis werde als "offene Kriegserklärung an die Muslime und insbesondere an die Schiiten überall auf der Welt wahrgenommen". Zugleich kündigte er Vergeltung an. Der Iran betrachte es als "seine legitime Pflicht und sein Recht, sich an den Tätern und Drahtziehern dieses historischen Verbrechens zu rächen".
+++ Israelisches Militär kündigt neue Angriffswelle auf Teheran an
Das israelische Militär hat nach eigenen Angaben eine neue Welle von Luftangriffen auf den Iran gestartet. Man ziele "auf das Herz von Teheran", hieß es. AFP-Korrespondenten berichten bereits von mehreren Explosionen in der iranischen Hauptstadt. Die Nachrichtenagentur AP schreibt, über der Stadt steige eine riesige Rauchwolke auf, der Boden bebe.
Laut Agenturberichten ereigneten sich die Explosionen in einem Viertel, in dem sich die Zentralen der iranischen Polizei sowie des Staatsfernsehens befinden.
+++ Politikwissenschaftlerin: Haltung der EU fatal
Die Politikwissenschaftlerin Bente Scheller kritisiert die Haltung der Europäischen Union. Es sei fatal, dass sich die EU bezüglich des neuen Militäreinsatzes der USA und Israels völkerrechtlich nicht klarer geäußert habe, sagte Scheller im Deutschlandfunk. "Wir werden noch sehen, was das für Konsequenzen für Europa hat." Die Expertin der Böll Stiftung sieht die 27 Mitgliedstaaten nicht in der Position, um bei den weiteren Entwicklungen im Iran mitreden zu können.
Hören Sie hier das ganze Interview mit Bente Scheller.
+++ Mehrere Tote bei Sturm aus US-Konsulat in Karachi
In der pakistanischen Stadt Karachi haben hunderte Demonstranten versucht, das US-Konsulat zu stürmen. Bei gewaltsamen Auseinandersetzungen wurden nach Angaben der Polizei mindestens acht Menschen getötet.
+++ Ausschreitungen im Irak
In der irakischen Hauptstadt Bagdad haben Demonstranten versucht, in das streng gesicherte Regierungsviertel mit der US-Botschaft vorzudringen. Sicherheitskräfte lösten die Menge gewaltsam auf. Sie setzten nach Angaben von Augenzeugen scharfe Munition, Tränengas und Wasserwerfer ein.
+++ Staatsfernsehen: Generalstabschef Mussawi getötet
Der Generalstabschef der iranischen Streitkräfte, Mussawi, ist dem iranischen Fernsehen zufolge bei Angriffen auf den Iran ums Leben gekommen. Außerdem wurde der Tod von Verteidigungsminister Nasizadeh bestätigt.
+++Katz nennt Tod Chameneis Frage der Gerechtigkeit
Chamenei sei "zusammen mit hochrangigen Mitgliedern der iranischen Terrorfestung" eliminiert worden, erklärte der israelische Verteidigungsminister in Onlinediensten. "Gerechtigkeit ist geschehen, und die Achse des Bösen hat einen schweren Schlag erlitten", betonte Katz.
+++ Tausende trauern in Teheran um Chamenei
Nach dem Tod des geistlichen Oberhaupts des Iran, Chamenei, haben sich tausende Menschen in der Hauptstadt Teheran zu einer Kundgebung versammelt. Die größtenteils schwarz gekleideten Teilnehmer skandierten auf dem zentralen Enghelab-Platz "Tod den Vereinigten Staaten" und "Tod Israel", wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP berichten. Viele von ihnen schwenkten iranische Flaggen und hielten Fotos von Chamenei hoch.
+++ Im Iran soll nach der Tötung von Religionsführer Chamenei vorübergehend ein dreiköpfiger Rat das Land führen
Das erklärte ein Berater Chameneis, wie staatliche iranische Medien berichten. Die Verantwortung für die Übergangsphase sollen demnach Präsident Peseschkian, der Justizchef sowie ein Mitglied des Wächterrats übernehmen. Das Trio soll die Aufgaben Chameneis übernehmen bis der sogenannte Expertenrat, ein Gremium aus 88 einflussreichen Geistlichen, einen Nachfolger benennt. Laut der iranischen Verfassung müsse der Expertenrat umgehend einen neuen Führer bestimmen und vorstellen.
+++ In Israel haben am frühen Morgen erneut die Sirenen geheult
Es seien Raketen aus dem Iran in Richtung Israel abgefeuert worden, gab die israelische Armee bekannt. Die Luftwaffe sei im Einsatz, um die Bedrohung abzuwehren. Die Bevölkerung wurde aufgefordert, den Anweisungen des Heimatschutzkommandos zu folgen. Zuvor hatten israelische Kampfflugzeuge ihre Angriffswellen gegen militärische Ziele im Iran fortgesetzt.
+++ Irans Revolutionsgarden kündigen Rache für den Tod Chameneis an
"Die Mörder des Imams der Nation werden einer harten, entschiedenen und abschreckenden Strafe nicht entgehen", zitiert die Deutsche Presse-Agentur aus einer Erklärung.
+++ Iranische Staatsmedien bestätigen Tod Chameneis
Entsprechend berichteten unter anderem die iranischen Nachrichtenagenturen Irna und Fars. Chamenei sei in den frühen Morgenstunden des Samstags als "Märtyrer" getötet worden, hieß es. Es wurde eine 40-tägige Staatstrauer ausgerufen.
Als geistliches Oberhaupt Irans führte Chamenei mehr als drei Jahrzehnte lang die Islamische Republik. Den Posten hatte er 1989 nach dem Tod von Republikgründer Ajatollah Ruhollah Khomeini übernommen.
Bereits zuvor war nach Berichten über Chameneis Tod in Teheran spontan Jubel ausgebrochen, wie die Deutsche Presse-Agentur schreibt. Die Nachricht sei unter anderem von iranischen Exilmedien verbreitet worden, die im Iran über Satellit empfangen werden können.
+++ Die israelische Luftwaffe hat im Iran nach eigenen Angaben mehr als 30 weitere Ziele angegriffen.
Dutzende Kampfflugzeuge hätten eine weitere Angriffswelle gegen ballistische Raketenstellungen und die Luftabwehrsysteme im Westen und im Zentrum des Iran abgeschlossen, hieß es. Man werde die Angriffe zur Schwächung der iranischen Militärkapazitäten fortsetzen.
+++ Samstag, 28. Februar
+++ Der UNO-Sicherheitsrat ist wegen der israelisch-amerikanischen Angriffe auf den Iran und die iranischen Gegenschläge zu einer Sondersitzung zusammengekommen.
Generalsekretär Guterres sprach zur Sitzungseröffnung von einer unkontrollierbaren Situation am Golf und im Nahen Osten. Er rief alle beteiligten Staaten auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren.
Der iranische Vertreter im Sicherheitsrat bezeichnete die Angriffe auf sein Land als ungesetzlichen Vorgang. Israel und die USA hätten mit dem Beschuss von Zivilisten Kriegsverbrechen begangen.
Die USA sehen den Angriff auf den Iran dagegen von internationalem Recht gedeckt. Die Vereinigten Staaten hätten in enger Abstimmung mit Israel rechtmäßige Maßnahmen gemäß Artikel 51 der Charta der Vereinten Nationen ergriffen, sagte der amerikanische UNO-Botschafter Waltz bei einer Dringlichkeitssitzung des Sicherheitsrats in New York. Artikel 51 der UNO-Charta verankert das Recht eines Landes auf Selbstverteidigung.
+++ Netanjahu: Viele "Anzeichen" für Tod von Irans geistlichem Oberhaupt Chamenei, Trump spricht von Tod
"Heute Morgen haben wir in einem gewaltigen Überraschungsschlag die Anlage von Chamenei im Herzen Teherans zerstört und es gibt viele Anzeichen, dass dieser Tyrann nicht mehr am Leben ist", sagte Netanjahu in einer Fernsehansprache. Israelischen Berichten zufolge wurde Chameneis Leiche gefunden. Aus Teheran gab es keine Bestätigung. Das Büro des Ajatollahs wurde lediglich in iranischen Staatsmedien mit folgenden Worten zitiert: "Der Feind greift zur psychologischen Kriegsführung, das sollte allen bewusst sein." US-Präsident Donald Trump erklärte Chamenei dagegen auf seiner Plattform Truth Social für tot. Aus dem Iran liegt dafür keine Bestätigung vor.
+++ Bei einem iranischen Raketenangriff auf Israel ist am Abend eine Person in Tel Aviv getötet worden.
Wie mehrere Medien berichten, wurden zudem mehr als 20 Menschen verletzt.
+++ Israel: Mehrere Vertreter der iranischen Militärführung getötet
Israelischen Angaben zufolge sind bei den Angriffen mehrere führende Vertreter der iranischen Militärführung getötet worden. Unter den Toten seien unter anderem der Kommandeur der Revolutionsgarden, Mohammed Pakpur, sowie Irans Verteidigungsminister Asis Nasirsadeh, wie die israelischen Streitkräfte mitteilten. Aus dem Iran gab es zunächst keine Bestätigung dafür.
+++ Iran: "Zahl der bei einem Raketenangriff getöteten Schülerinnen auf 108 gestiegen"
Bei einem Raketenangriff im Süden des Irans sind nach iranischen Angaben mindestens 108 Schülerinnen getötet worden. Getroffen worden sei eine Grundschule für Mädchen in der Provinz Hormusgan, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Irna. Dutzende weitere Schülerinnen seien verletzt worden. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen. In der Provinz Hormusgan liegen mehrere Marinestützpunkte der iranischen Streitkräfte.
+++ US-Demokraten kritisieren "illegalen" Angriff im Iran
Der demokratische Senator Markey verurteilte Trumps Angriffsbefehl auf den Iran als "illegal und verfassungswidrig". Der Anführer der Demokraten im Senat, Schumer, forderte eine Unterrichtung des Kongresses über den Militäreinsatz durch die Trump-Regierung. "Das amerikanische Volk will keinen weiteren endlosen und kostspieligen Krieg im Nahen Osten, wenn es zu Hause so viele Probleme gibt", erklärte Schumer.
+++ Bundeskanzler Merz hat den Iran scharf kritisiert und ein sofortiges Ende der iranischen Angriffe gefordert.
In einer Erklärung rief der Kanzler Teheran "nachdrücklich dazu auf, sofort die militärischen Schläge gegen Israel und unsere anderen Partner in der Region einzustellen". Der Iran müsse zudem "auch andere destabilisierende Aktivitäten in der Region und darüber hinaus unterlassen" sowie "die Gewalt gegen die eigene Bevölkerung beenden". Darüber hinaus betonte Merz der Mitteilung zufolge, Deutschland sei nicht an den Angriffen auf den Iran beteiligt gewesen.
+++ Demonstrationen in mehreren deutschen Städten nach Angriffen auf das iranische Regime.
Nach Angaben der Polizei zogen in Berlin am Nachmittag rund 1.600 Menschen bei einem Demonstrationszug durch die Stadt. In Frankfurt versammelten sich rund 2.000 Menschen in der Innenstadt. Dort soll es bei einer Kundgebung Berichten zufolge Applaus für die militärische Intervention der USA gegeben haben. Auch in München haben zahlreiche Menschen gegen die Führung des Irans demonstriert. In Hamburg waren nach Informationen des Norddeutschen Rundfunks mehr als 5.000 Exil-Iraner auf den Straßen.
Diese Nachricht wurde am 01.03.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
