Das amerikanische Zentralkommando teilte mit, der Soldat sei in der Frühphase der Operation „Epic Fury“ verwundet worden. So nennen die USA den seit Samstag laufenden Großangriff gegen den Iran, an dem auch Israel beteiligt ist. Die Gesamtzahl der seither getöteten Militärangehörigen aus den USA stieg damit den Angaben zufolge auf vier.
+++ Der britische Premierminister Starmer weist Kritik von US-Präsident Trump an seiner Iran-Politik zurück.
Er stehe zu seiner Entscheidung, die ersten gemeinsamen Angriffe der USA und Israels nicht unterstützt zu haben, sagt Starmer. Es sei seine Pflicht, zu beurteilen, was im nationalen Interesse Großbritanniens liege. Trump hatte ihm zuvor vorgeworfen, zu lange mit der Freigabe von Luftwaffenstützpunkten gewartet zu haben.
+++ Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen hat sich zutiefst besorgt über die Folgen des Iran-Kriegs auch auf die Zivilbevölkerung der Region geäußert.
Viele Länder beherbergten bereits Millionen Flüchtlinge und Binnenvertriebene, teilte das UNHCR in Genf mit. Weitere Gewalt könnte nun noch mehr Menschen in die Flucht zwingen, die humanitären Helfer überfordern und zusätzlichen Druck auf die Aufnahme-Gemeinschaften ausüben. Das UNHCR forderte von den Konfliktparteien Dialog und Deeskalation, Achtung der Menschenrechte, Schutz der Zivilbevölkerung und eine uneingeschränkte Einhaltung des Völkerrechts. An der Grenze zur Türkei wurde inzwischen eine erste verstärkte Ausreisebewegung gesichtet. Augenzeugen berichteten von zunächst mehreren Hundert Iranern, die den Übergang Kapiköy überquert hätten.
+++ Der Vorsitzende der Linkspartei, van Aken, hat vor einem Bürgerkrieg im Iran gewarnt.
Im schlimmsten Fall würden die aktuellen Angriffe durch die USA und Israel nicht der Demokratie den Weg ebnen, sondern bewaffneten Milizen oder anderen Autokraten zur Macht verhelfen. Van Aken erklärte, er begrüße prinzipiell die Tötung des obersten Führers des Irans und anderer Funktionäre. Die Einsätze der USA und Israels seien dennoch völkerrechtswidrig. Man könne gleichzeitig an der Seite der Demokratiebewegung im Iran und an der Seite des Völkerrechts stehen. Das schließe sich nicht aus.
+++ Die Bundesregierung bereitet nun doch eine Rückholaktion für deutsche Touristen vor, die wegen des Iran-Kriegs in der Golfregion gestrandet sind.
Nach Angaben von Außenminister Wadephul sollen Flugzeuge nach Riad in Saudi-Arabien und Maskat im Oman geschickt werden. In beiden Ländern seien die Lufträume noch geöffnet, erklärte der CDU-Politiker. Neben der Lufthansa sei man auch mit TUI und dem Deutschen Reiseverband in Kontakt, um den Menschen bei der Rückkehr nach Deutschland zu helfen. Besonderes Augenmerk gelte dabei der Ausreise vulnerabler Personen wie Kinder, Kranke oder Schwangere. Wadephul zufolge ist die Bundesregierung auch bereit, Privatmaschinen auf Steuerzahlerkosten zu chartern oder – als letztes Mittel – auf Flugzeuge der Bundeswehr zurückzugreifen. Wadephul hatte gestern noch erklärt, er sehe keine Möglichkeit, deutsche Touristen aus dem Konfliktgebiet auszufliegen.
+++ Seit Beginn des Iran-Kriegs am Samstag hat Israels Luftwaffe nach eigenen Angaben mehr als 600 Stellungen im Iran angegriffen.
Darunter seien mehr als 200 Luftverteidigungssysteme und 150 Boden-Boden-Raketen gewesen. Zudem seien 20 iranische Militärführer anvisiert worden. Das US-Militär hatte nach eigenen Angaben in den ersten 24 Stunden mehr als 1.000 Ziele attackiert. Nach Angaben der iranischen Hilfsorganisation Roter Halbmond kamen bisher mehr als 550 Menschen ums Leben. Im Tagesverlauf startete Israel neue Angriffe auf Ziele in Teheran. Augenzeugen berichteten von Bombardierungen nahe dem Parlament.
+++ China hat die Angriffe auf den Iran erneut verurteilt.
Eine Sprecherin des Außenministeriums forderte alle beteiligten Parteien auf, ihre Militäraktionen unverzüglich einzustellen. Durch die Kampfhandlungen wurde nach Angaben Pekings ein chinesischer Staatsbürger im Iran getötet. Bei Evakuierungsaktionen seien mehr als 3.000 Menschen aus dem Land gebracht worden. Peking dementierte Berichte, wonach man mit dem Iran kurz vor dem Abschluss eines Vertrags über den Kauf von Überschall-Anti-Schiffs-Raketen stehe. China sei eine verantwortungsbewusste Großmacht, die stets ihren internationalen Verpflichtungen nachkomme, hieß es.
+++ Israels Botschafter Prosor hat nach den Angriffen auf den Iran vor Racheakten des Regimes auf deutschem Boden gewarnt.
Man müsse sich darauf gut vorbereiten und in höchster Alarmbereitschaft sein, sagte Prosor der Deutschen Presse-Agentur. Bei Bundesinnenminister Dobrindt bedankte er sich für die Verstärkung der Sicherheitsvorkehrungen an jüdischen Einrichtungen, Schulen, Synagogen und auch an der israelischen Botschaft. Am Abend beginnt für Juden das Purim-Fest.
Diese Nachricht wurde am 02.03.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
