Dlf 07.03.2026
08:05 Uhr

Newsblog zum Krieg im Nahen und Mittleren Osten - US-Präsident Trump hat eine Ausweitung der Angriffsziele angedroht


+++ US-Präsident Trump kündigt "sehr harte Angriffe" an. +++ Die Arabische Liga plant für morgen eine Krisensitzung. +++ Saudi-Arabien und Pakistan beraten über eine gemeinsame Verteidigung. +++ Weitere Entwicklungen im Nachrichtenblog.

Newsblog zum Krieg im Nahen und Mittleren Osten - US-Präsident Trump hat eine Ausweitung der Angriffsziele angedroht
Auf seiner Internetplattform erklärte Trump, der Iran habe sich "sehr schlecht" verhalten. Es drohe in den Gebieten komplette Zerstörung und sicherer Tot. Nähere Angaben machte er nicht. Außerdem kündigte Trump für den Tagesverlauf intensive Angriffe an. Gestern hatte der US-Präsident den Iran zu einer bedingungslosen Kapitulation aufgerufen.

+++ Die Arabische Liga plant für morgen eine Krisensitzung zu den iranischen Angriffen unter anderem in der Golfregion.

Die Video-Schalte solle am Mittag stattfinden, sagte der Vize-Generalsekretär Saki dem staatlichen ägyptischen Fernsehsender Al-Kahera-News. Die Nachrichtenseite "Al-Ahram" meldete, das Treffen sei auf Gesuch Saudi-Arabiens anberaumt worden. Auch das saudische Staatsfernsehen berichtete darüber. Im Zuge der amerikanisch-israelischen Militärschläge im Iran reagiert das Land seit einer Woche mit Angriffen im Nahen Osten unter anderem auf US-Militärstützpunkte in zahlreichen arabischen Ländern.

+++ Angesichts der Raketenangriffe aus dem Iran hat der saudische Verteidigungsminister bin Salman mit dem Militär der Atommacht Pakistan über die Umsetzung eines gemeinsamen Verteidigungsabkommens gesprochen.

Er habe mit Armeechef Munir erörtert, welche Maßnahmen nötig seien, um die iranischen Angriffe auf Saudi-Arabien zu stoppen, sagte bin Salman auf X. Details wurden nicht genannt. Zwischen den beiden Ländern besteht seit 2025 ein Verteidigungspakt. Demnach wird jeder Angriff auf einen der beiden Staaten als Angriff auf beide Länder gewertet.

+++ Kuwait drosselt wegen der anhaltenden iranischen Angriffe und der Drohungen gegen die Schifffahrt in der Straße von Hormus seine Ölproduktion.

Auch der Durchsatz der Raffinerien werde reduziert, teilte der staatliche Ölkonzern
Kuwait Petroleum Corporation mit. Dies sei Teil der Strategie zum Risikomanagement. Man sei bereit, die Förderung wieder hochzufahren, sobald die Lage dies zulasse.

+++ Nach dem Einschlag einer Drohne iranischer Bauart auf Zypern erwägt die Türkei die Entsendung von F-16-Kampfjets in die Türkische Republik Nordzypern.

Angesichts der jüngsten Entwicklungen würden Pläne ausgearbeitet, um die Sicherheit der Republik Nordzypern zu garantieren, hieß es aus dem türkischen Verteidigungsministerium. In der Nacht zum Montag war der britische Militärstützpunkt Akrotiri von einer unbemannten Drohne des Typs Schahed getroffen worden. Opfer gab es demnach nicht. Die Republik Nordzypern wird nur von Ankara anerkannt. Nach dem Vorfall sagten mehrere europäische Länder Zypern ihre Unterstützung zu und entsandten Luftabwehrsysteme sowie andere militärische Ausrüstung.

+++ Im Persischen Golf sitzen nach Schätzungen der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation rund 20.000 Seeleute fest.

Generalsekretär Dominguez bezeichnete die Lage als inakzeptabel. Er forderte alle an dem Konflikt beteiligten Parteien auf, Maßnahmen zum Schutz der Seeleute zu ergreifen. Auch die Freiheit der Schifffahrt müsse im Einklang mit dem Völkerrecht gewährleistet bleiben. Dominguez wies auf einen Angriff auf ein Schiff in der Straße von Hormus hin. Dabei kamen mindestens vier Seeleute ums Leben, drei weitere wurden schwer verletzt.

+++ Nach weiteren Luftangriffen melden iranische Staatsmedien schwere Schäden im ganzen Land.

Betroffen seien unter anderem zwei Kliniken im Südwesten. Den Berichten zufolge war auch der Flughafen Mehrabad im Westen von Teheran Ziel von Angriffen. In Teheran griff das israelische Militär nach eigenen Angaben mit mehr als 80 Kampfflugzeugen unter anderem ein unterirdisches Raketenlager sowie eine Militär-Universität der Revolutionsgarden an. Nach iranischen Angaben wurden bei den neuen israelischen Angriffen mindestens acht Menschen getötet.

+++ Im Krieg mit den USA und Israel hat Irans Präsident Peseschkian Forderungen nach einer Kapitulation eine Absage erteilt.

Peseschkian erklärte im Staatsfernsehen, die Feinde könnten "solche Träume mit ins Grab nehmen". US-Präsident Trump hatte gestern eine bedingungslose Kapitulation des Iran gefordert. Peseschkian gab in seiner Ansprache zudem bekannt, keine Angriffe auf Nachbarstaaten mehr verüben zu wollen - unter der Bedingung, dass von dort wiederum keine Angriffe auf den Iran mehr erfolgten. Dies schließe auch US-Militärbasen dort mit ein. Peseschkian bat die Golfstaaten um Entschuldigung für erfolgte Angriffe. Diese Vorfälle seien das Ergebnis der chaotischen Situation nach dem Tod mehrerer hochrangiger Kommandeure gewesen.

+++ Die USA und Israel kommen bei ihren Angriffen gegen den Iran nach Einschätzung des Militärexperten Ralph Thiele gut voran.

Das wichtigste Ziel seien die Abschussrampen für ballistische Raketen gewesen, sagte der Vorsitzende der in Berlin ansässigen Politisch-Militärischen-Gesellschaft im Deutschlandfunk. Die meisten davon seien zerstört. Der nächste Schritt seien Irans Nuklearanlagen. Thiele hält für deren Zerstörung Einsätze von US-amerikanischen oder israelischen Bodentruppen für wahrscheinlich.
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Diese Nachricht wurde am 07.03.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.