Dlf 06.03.2026
06:58 Uhr

Newsblog zum Krieg im Nahen und Mittleren Osten - Der gegenseitige Beschuss Israels und des Irans dauert an


+++ Israel und der Iran haben sich auch am siebten Tag des Iran-Kriegs mit schweren Angriffen überzogen. +++ US-Abgeordnete stimmen mehrheitlich gegen Mitspracherecht im Iran-Krieg. +++ Syrien will zur Entlastung des Flugverkehrs in Nahost beitragen. +++ Weitere Entwicklungen im Nachrichtenblog.

Newsblog zum Krieg im Nahen und Mittleren Osten - Der gegenseitige Beschuss Israels und des Irans dauert an
In den USA hat das Repräsentantenhaus dem von Präsident Trump befohlenen Militäreinsatz gegen den Iran vorerst keine Grenzen gesetzt. Eine Abstimmung über einen Antrag, der dem Kongress ein stärkeres Mitspracherecht beim Einsatz der Streitkräfte eingeräumt hätte, erhielt nicht genug Stimmen. Auch vier oppositionelle Demokraten stimmten dagegen. Ein ähnlicher Antrag war zuvor bereits im Senat an der republikanischen Mehrheit gescheitert.
Nach Auffassung des Vorsitzenden des Repräsentantenhauses, Johnson, befinden sich die USA nicht im Krieg mit dem Iran. Vielmehr führten die amerikanischen Streitkräfte einen Einsatz aus, der in Umfang und Dauer begrenzt sei, argumentierte der Republikaner. Allerdings hatte Trump das Wort "Krieg" im Zusammenhang mit den Angriffen auf den Iran selbst bereits verwendet.

+++ Die vom Iran unterstützte Hisbollah-Miliz im Libanon hat die Bewohner im Norden Israels zum Verlassen des Gebiets aufgerufen.

Die Angriffe der israelischen Armee im Libanon würden "nicht ohne Reaktion bleiben", drohte die Schiiten-Organisation. Sie rief dazu auf, alle israelischen Siedlungen innerhalb von fünf Kilometern von der Grenze entfernt zu räumen. Es war die erste Warnung der Miliz dieser Art seit Ausbruch der neuen Gewalt. Israels Armee hatte zuvor ihrerseits die Bewohner mehrerer dicht besiedelter Vororte der libanesischen Hauptstadt Beirut aufgefordert, diese zu verlassen.

+++ Bahrain, Katar und Saudi-Arabien melden iranische Angriffe

Bahrains Innenministerium teilte mit, es seien ein Hotel und zwei Wohngebäude getroffen worden. Dabei seien Sachschäden entstanden. Erst gestern hatte ein iranischer Raketenangriff einen Brand in der wichtigsten staatlichen Ölraffinerie Bahrains ausgelöst, der gelöscht werden konnte. Derweil erklärte Saudi-Arabiens Verteidigungsministerium, man habe in der Nacht drei ballistische Raketen abgefangen, die in Richtung des Prinz-Sultan-Luftwaffenstützpunkts abgefeuert worden seien. Katar wiederum meldete einen abgewehrten Drohnenangriff auf den US-Luftwaffenstützpunkt Al Udeid.
Nach einem einem Bericht des "Wall Street Journal" erwägen die Vereinigten Arabischen Emirate inzwischen, iranische Vermögenswerte in Milliardenhöhe einzufrieren.

+++ Israels Luftwaffe fliegt weitere Angriffe

Israels Luftwaffe hat in der Nacht erneut Ziele in der iranischen Hauptstadt Teheran angegriffen. Man habe eine "großangelegte Angriffswelle gegen die Infrastruktur des iranischen Terrorregimes in Teheran gestartet", gab die Armee bekannt. Nähere Details wurden zunächst nicht mitgeteilt.

+++ Der CSU-Vorsitzende Söder wirft der Bundesregierung zu wenig Einsatz bei der Rückholung gestrandeter deutscher Touristen aus der Golfregion vor.

Es seien zu wenig Flugzeuge im Einsatz, sagte Söder dem Sender "Welt-TV". Zudem sei der Anfang der Rückholaktion zäh gewesen. Man solle prüfen, ob nicht doch auch Bundeswehrmaschinen helfen könnten, führte Bayerns Ministerpräsident aus. Oberste Pflicht eines Staates sei es, die eigenen Bürger zu schützen und ihnen in Krisensituationen zu helfen. Außenminister Wadephul kündigte inzwischen eine Ausweitung der Rückholungen auf Saudi-Arabien an.

+++ Syrien will zur Entlastung des Flugverkehrs in Nahost beitragen

Syrien hat einen Luftkorridor von der nördlichen Stadt Aleppo zum Mittelmeer für ausländische Fluggesellschaften geöffnet und will damit den lahmgelegten Flugverkehr in der Region entlasten. Der Korridor solle eine sichere Flugroute für ankommende und abfliegende Maschinen bieten, sagte der ⁠Leiter der ⁠Zivilluftfahrtbehörde, Omar Hosari. Zudem seien die Flugrouten ⁠im Norden des syrischen Luftraums in Richtung Türkei wieder freigegeben worden. Ein erster ⁠Flug der Syrian Air von Aleppo nach Istanbul sei bereits sicher ⁠gelandet und markiere die schrittweise Wiederaufnahme des Betriebs am ‌internationalen Flughafen von Aleppo.

+++ US-Verteidigungsminister Hegseth: "Haben keinen Mangel an Munition."

Im Krieg gegen den Iran sehen sich die USA haushoch überlegen und für einen längeren Einsatz gewappnet. Es gebe keinen Mangel an Munition, sagte Verteidigungsminister Hegseth bei einer Pressekonferenz. Die Vorräte an offensiven und defensiven Waffen ermöglichten es, die Kampagne "so lange aufrechtzuerhalten, wie es nötig ist". Die Regierung im Iran habe sich verkalkuliert, wenn sie davon ausgehe, dass Washington den Einsatz nicht langfristig durchhalten könne, erklärte Hegseth weiter an Teheran gewandt: "Das ist eine sehr üble Fehleinschätzung."

USA: "Über 30 iranische Schiffe versenkt"

Die US-Streitkräfte haben im Krieg gegen den Iran nach eigenen Angaben bislang über 30 Schiffe versenkt. Darunter ​befinde sich auch ein Drohnenschiff, teilte das Militär mit. Der Oberbefehlshaber des US-Zentralkommandos (Centcom), Admiral Brad Cooper, erklärte, die Zahl der iranischen Angriffe mit ballistischen Raketen sei seit Kriegsbeginn um 90 Prozent zurückgegangen.
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Diese Nachricht wurde am 06.03.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.