Menschenrechtler beziffern die Zahl der Toten seit Ausbruch der Proteste Ende Dezember auf mehr als 600. Die Nachrichtenagentur Reuters meldet unter Berufung auf iranische Behördenvertreter rund 2.000 Todesopfer; der iranische Exilsender Iran International mit Sitz in London spricht sogar von mindestens 12.000 Toten. Das Medium beruft sich unter anderem auf Quellen mit Verbindungen zu den Revolutionsgarden, dem Nationalen Sicherheitsrat sowie dem Büro des Präsidenten im Iran. Überprüfen lassen sich die Angaben nicht.
+++ Die Präsidentin der EU-Kommission, von der Leyen, hat neue Sanktionen der Europäischen Union gegen den Iran angekündigt.
Sie erklärte, man wolle den Mitgliedsstaaten schnell neue Strafmaßnahmen vorschlagen. Von der Leyen verurteilte – Zitat – den exzessiven Einsatz von Gewalt und die fortgesetzte Einschränkung der Freiheit. Sie schrieb auf X, die steigende Opferzahl im Land sei entsetzlich.
+++ Der UNO-Hochkommissar für Menschenrechte, Türk, hat sich entsetzt über die Gewalt gegen Protestierende im Iran gezeigt
Das Töten friedlicher Demonstranten müsse enden, erklärte Türk in Genf. Auch "die Stigmatisierung von Demonstranten als 'Terroristen', um Gewalt gegen sie zu rechtfertigen, ist inakzeptabel", fügte Türk hinzu. Die iranischen Behörden versuchten, "mit brutaler Gewalt legitime Forderungen nach Veränderung zu unterdrücken".
+++ Die Justiz im Iran hat angesichts der laufenden Massenproteste gegen die Staatsführung erste Anklagen in die Wege geleitet
Die Staatsanwaltschaft in Teheran habe gegen mehrere festgenommene Personen Anklage erhoben, berichten staatliche Medien. Besonders schwere Fälle von - Zitat - "Randalierern" würden vorrangig und gesondert behandelt. Dazu zähle auch der Vorwurf der sogenannten "Kriegsführung gegen Gott", die nach geltendem islamischem Recht im Iran mit der Todesstrafe geahndet werden kann.
+++ Spanien und Finnland bestellen iranische Botschafter ein
Dem Botschafter der Islamischen Republik in Madrid sei die "starke Ablehnung und Verurteilung" des Vorgehens der Führung in Teheran gegen die Proteste im Land übermittelt worden, sagte der spanische Außenminister Albares dem Sender Catalunya Ràdio. Die finnische Außenministerin Valtonen erklärte im Onlinedienst X: "Irans Regime hat das Internet abgeschaltet, um in aller Stille töten und unterdrücken zu können." Dies werde ihr Land nicht hinnehmen.
+++ Bundeskanzler Merz rechnet angesichts der Massenproteste im Iran mit einem baldigen Ende der dortigen Staatsführung
Wenn sich ein Regime nur noch mit Gewalt an der Macht halten könne, dann sei es faktisch am Ende, sagte Merz während seines Indien-Besuchs in Bengaluru. Der CDU-Bundesvorsitzende hatte die Gewalt iranischer Sicherheitskräfte gegen friedliche Demonstranten bereits am Montag als „unverhältnismäßig“ und „brutal“ verurteilt.
+++ China kritisiert neue US-Zölle gegen Handelspartner des Iran
Die von US-Präsident Trump verhängten Zölle gegen Handelspartner des Iran stoßen bei China auf Kritik. Es sei die Überzeugung der chinesischen Führung, "dass es keine Gewinner bei einem Zollkrieg gibt", erklärte die Sprecherin des Außenministeriums in Peking. Trump hatte verkündet, dass für Länder, die Geschäfte mit dem Iran machen, ab sofort ein Zollsatz von 25 Prozent gelte. Die wichtigsten Handelspartner des Iran sind laut der Datenbank Trading Economics China, die Türkei, die Vereinigten Arabischen Emirate und der Irak.
+++ Handynutzer im Iran können wieder offenbar ins Ausland telefonieren
Die Nachrichtenagentur AP meldet, dass die gekappten Mobilfunkverbindungen im Iran teilweise wiederhergestellt wurden. Handynutzer könnten ins Ausland telefonieren. Rückrufe seien aber nicht möglich. Auch SMS-Nachrichten könnten nicht abgesetzt werden, hieß es. Das Internet sei weiterhin abgeschaltet.
Diese Nachricht wurde am 13.01.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
