Dlf 04.01.2026
01:13 Uhr

Nach Militäreinsatz - ++ Venezuelas Vizepräsidentin übernimmt Regierungsgeschäfte ++ Maduro als Gefangener in New York eingetroffen ++ Kritik an Vorgehen der USA ++


+++ Gericht in Venezuela ernennt bisherige Vizepräsidentin Rodriguez zur Interimspräsidentin +++ Gefangen genommener Präsident Maduro in New York +++ Trump will Venezuela unter US-Verwaltung stellen +++

Nach Militäreinsatz - ++ Venezuelas Vizepräsidentin übernimmt Regierungsgeschäfte ++ Maduro als Gefangener in New York eingetroffen ++ Kritik an Vorgehen der USA ++
Über die aktuelle Lage in Venezuela halten wir Sie auch mit einem Newsblog auf dem Laufenden.
aktualisiert um 05:26 Uhr

Vizepräsidentin Rodriguez zur Interims-Staatschefin ernannt

Nach der Gefangennahme von Venezuelas Staatschef Maduro durch das US-Militär hat das Oberste Gericht des Landes die bisherige Vizepräsidentin Rodriguez zur Interims-Staatschefin ernannt. Bei einem Ausfall des Präsidenten sieht die venezolanische Verfassung diesen Schritt bis zu Neuwahlen vor. Rodriguez hatte zuvor die sofortige Freilassung Maduros und seiner Ehefrau gefordert. Sie nannte ihn den "einzigen Präsidenten des Landes". Den US-Angriff auf Venezuela bezeichnete Rodriguez als "Verstoß gegen die Charta der Vereinten Nationen".
Nach seiner Gefangennahme in Venezuela ist Präsident Maduro inzwischen in einer Haftanstalt in New York angekommen. Ein vom Weißen Haus im Internet verbreitetes Video zeigt, wie Maduro in Handschellen von Beamten der Anti-Drogen-Behörde DEA abgeführt wird. Medienberichten zufolge soll er für die Zeit seiner Untersuchungshaft in einer Anstalt im Stadtbezirk Brooklyn untergebracht werden. Maduro und seiner Frau soll nach Angaben von Justizministerin Bondi der Prozess wegen Drogenhandels und Terrorismus gemacht werden.

Bericht: Mindestens 40 Tote durch US-Angriff

Bei einem groß angelegten Militäreinsatz hatten die USA in der Nacht zum Samstag Ziele in Venezuela angegriffen und Maduro und dessen Frau Cilia Flores gefangen genommen. Mehr als 150 Bomber, Kampfjets, Aufklärer, Hubschrauber und Drohnen waren US-Angaben zufolge im Einsatz. Wie ein hochrangiger venezolanischer Beamter der "New York Times" mitteilte, wurden mindestens 40 Menschen bei dem US-Angriff getötet. Offizielle Angaben zur Zahl der Todesopfer gibt es bislang nicht. Trump hatte Venezuela in den vergangenen Monaten immer wieder vorgeworfen, den Drogenschmuggel in die Vereinigten Staaten aktiv zu fördern.

Trump kündigt US-Verwaltung Venezuelas an

US-Präsident Trump kündigte an, nach dem Militäreinsatz in Venezuela würden die USA vorerst die Kontrolle in dem Land übernehmen. Dies gelte bis zu einem geordneten Übergang zu einer neuen Regierung in Caracas. Er kündigte außerdem an, US-Ölkonzerne würden in dem Land ihre Arbeit aufnehmen. Die Ölfirmen würden „Milliarden von Dollar“ in das südamerikanische Land investieren und die Infrastruktur wieder aufbauen. Auch sollten Menschen in den USA, die durch den venezolanischen Staat enteignet worden seien, entschädigt werden.

US-Demokraten sehen sich von Trump belogen

US-Demokraten werfen Trump vor, den Kongress über die Venezuela-Pläne belogen zu haben. In Gesprächen mit Kongressabgeordneten habe Trumps Regierung wiederholt bestritten, einen Regimewechsel in Venezuela anzustreben, sagte Senatorin Shaheen. Die führende Demokratin im Auswärtigen Ausschuss des Senats erklärte, die Regierung habe das Volk und seine gewählten Vertreter in die Irre geführt. Der demokratische Abgeordnete Beyer aus Virginia sprach von einem illegalen Krieg, der für einen Regimewechsel und Öl vom Zaun gebrochen worden sei. Auch der neue New Yorker Bürgermeister Mamdani bezeichnete den Militäreinsatz als Rechtsverstoß.

Westliche Länder rufen zu geordneter Machtübergabe auf - Kritik aus China, Russland und Iran

Der UNO-Sicherheitsrat in New York kündigte für Montag eine Sondersitzung an. Sie sei von Kolumbien beantragt worden. Die EU-Außenbeauftragte Kallas rief zur Zurückhaltung und Achtung des Völkerrechts auf. Kommissionspräsidentin von der Leyen teilte mit, die EU stehe an der Seite der Menschen in Venezuela und unterstütze einen friedlichen, demokratischen Übergang.
Mehrere europäische Staats- und Regierungschefs forderten einen geordneten Machtwechsel. Bundeskanzler Merz warnte in einer Kurzmitteilung vor politischer Instabilität in dem südamerikanischen Staat. Maduro habe sein Land ins Verderben geführt, jetzt benötige es eine durch Wahlen legitimierte Regierung. Ähnlich äußerte sich der britische Premierminister Starmer. Frankreichs Präsident Macron sprach sich dafür aus, dass der Oppositionspolitiker González einen friedlichen Machtwechsel anführen sollte.
Die chinesische Regierung kritisierte den Militäreinsatz der Vereinigten Staaten in Venezuela. Man sei zutiefst schockiert über die eklatante Verwendung von Gewalt durch die USA gegen einen souveränen Staat und dessen Präsidenten und verurteile dies aufs Schärfste, zitierte die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua einen Sprecher des Außenministeriums in Peking. Auch Russland und der Iran verurteilten den US-Militäreinsatz. Die drei Staaten gehören zu den Verbündeten Venezuelas.
Diese Nachricht wurde am 04.01.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.