Dlf 04.01.2026
01:13 Uhr

Nach Militäreinsatz - +++ Demonstrationen in mehreren deutschen Städten gegen US-Einsatz +++ Venezuelas Militär stellt sich hinter Interimspräsidentin Rodríguez +++ Europarat besorgt über Normalisierung von Gewalt


+++ Demonstrationen in mehreren deutschen Städten gegen US-Einsatz +++ Venezuelas Militär stellt sich hinter Interimspräsidentin Rodríguez +++ Europarat besorgt über Normalisierung von Gewalt +++

Nach Militäreinsatz - +++ Demonstrationen in mehreren deutschen Städten gegen US-Einsatz +++ Venezuelas Militär stellt sich hinter Interimspräsidentin Rodríguez +++ Europarat besorgt über Normalisierung von Gewalt
Über die aktuelle Lage in Venezuela halten wir Sie auch mit einem Newsblog auf dem Laufenden.
aktualisiert um 21:12 Uhr

New York Times: Maduro soll morgen vor Gericht erscheinen

Wie die New York Times unter Berufung auf das Bundesbezirksgericht in Manhattan berichtet, muss Nicolas Maduro morgen um 12 Uhr Ortszeit vor Gericht erscheinen. Ebenfalls vorgeladen ist demnach Maduros Frau, Cilia Flores.

26 EU-Staaten unterzeichnen Erklärung

Darin haben sie dazu aufgerufen, die Demokratie in Venezuela wieder herzustellen und den Willen des Volkes zu respektieren. Dies sei der einzige Weg, um die jetzige Krise friedlich zu lösen, heißt es in der gemeinsamen Erklärung, die von allen EU-Mitgliedern außer Ungarn unterzeichnet wurde. Die EU rufe alle Akteure zur Zurückhaltung auf, um eine weitere Eskalation zu vermeiden, heißt es in dem Text. Die Achtung des Willens des venezolanischen Volkes sei der einzige Weg, in dem Land die Demokratie wiederherzustellen.

Demonstrationen in mehreren deutschen Städten

In München versammelten sich schätzungsweise 400 Menschen, wie eine Polizeisprecherin sagte. Die Demonstranten zogen durch die Straßen, es blieb den Aussagen zufolge friedlich. In Nürnberg versammelten sich einer ersten Einschätzung zufolge rund 120 Teilnehmer zu einer Kundgebung, in Düsseldorf protestierten rund 240 Menschen gegen den Angriff der USA auf Venezuela. Auch in anderen deutschen Städten waren Proteste angekündigt, unter anderem in Hamburg, wo am Abend ein Demonstrationszug an den Landungsbrücken am Hafen entlangzog.

Militär in Venezuela stellt sich hinter Interimspräsidentin Rodríguez

Das teilte Verteidigungsminister Padrino in einer Erklärung im Fernsehen mit. Die Streitkräfte seien landesweit aktiviert worden, um die Souveränität des Landes zu garantieren. Zugleich kritisierte Padrino, ein großer Teil des Sicherheitsteams von Maduro sei bei dem US-Militäreinsatz getötet worden. Die Bevölkerung rief er dazu auf, alle Aktivitäten wieder aufzunehmen und nicht der "Angst" nachzugeben, die man dem Land aufzwingen wolle. US-Präsident Trump warnte Übergangspräsidentin Rodriguez, "sie werde einen höheren Preis als Maduro bezahlen, wenn sie nicht tue, was notwendig sei". Zuvor hatte Rodriguez Führungsansprüche der USA über Venezuela zurückgewiesen und eine Zusammenarbeit mit Washington abgelehnt.

UNO-Sicherheitsrat berät morgen über US-Einsatz

Venezuela hat die Dringlichkeitssitzung beantragt. Sie findet morgen um 16 Uhr MESZ statt.

US-Außenminister Rubio setzt auf Kooperation und Druck

US-Außenminister Rubio hat erklärt, dass Washington bereit sei, mit der derzeitigen Führung in Venezuela zusammenzuarbeiten. Er sagte dem Fernsehsender CBS News, man werde diese anhand ihrer Taten beurteilen. Wenn sie nicht die richtigen Entscheidungen treffe, verfüge die US-Regierung über mehrere Einflussmöglichkeiten.

Europarat äußert sich besorgt

Der Europarat hat sich besorgt geäußert. Generalsekretär Berset sagte, man wisse aus dem Engagement in der Ukraine, wie fragil das Völkerrecht werde, sobald die Anwendung von Gewalt normalisiert werde. Berset betonte, entweder sei das Völkerrecht universell oder es sei bedeutungslos.

Grünen-Fraktion kritisiert Kanzler-Äußerung

Grünen-Fraktionschefin Dröge hat die Reaktion von Bundeskanzler Merz auf das Vorgehen der USA kritisiert. Es sei ein großes Problem, dass Merz sich nur zu wenigen relativierenden Sätzen habe durchringen können. Abtauchen sei in dieser Situation eine fatale Strategie, betonte Dröge.

Papst Leo "besorgt" über ⁠Entwicklung in Venezuela

Papst Leo hat dazu aufgerufen, die Unabhängigkeit Venezuelas zu wahren und die Menschenrechte zu achten. Er verfolge die Lage nach dem Sturz von Präsident Maduro durch die USA mit großer Sorge, sagte das Oberhaupt der katholische Kirche in Rom.

China verlangt Freilassung Maduros

China hat die Vereinigten Staaten aufgefordert, den venezolanischen Staatschef Maduro und dessen Frau unverzüglich freizulassen. Die Situation müsse durch Dialog und Verhandlungen gelöst werden, erklärte das Außenministerium in Peking. Das Vorgehen der US-Regierung verstoße gegen internationales Recht. Auch Russland und der Iran verurteilten den US-Militäreinsatz. Die drei Staaten gehören zu den Verbündeten Venezuelas.

Mexiko und Brasilien sorgen sich um Stabilität in Lateinamerika

Die mexikanische Präsidentin Sheinbaum hat den US-Militäreinsatz in Venezuela verurteilt. Das Außenministerium der linksgerichteten Regierung warnte, jede Form militärischer Aktion gefährde ernsthaft die regionale Stabilität. Sheinbaum hatte zuvor angeboten, bei der Suche nach einer friedlichen Lösung im Konflikt zwischen den USA und Venezuela zu vermitteln.
Der linksgerichtete Präsident Brasiliens, Lula da Silva, prangerte den US-Militäreinsatz als ernsthafte Verletzung der Souveränität Venezuelas ab. "Die Bombenangriffe auf venezolanischem Staatsgebiet und die Gefangennahme seines Präsidenten überschreiten die Grenzen des Akzeptablen" und bedrohten den Frieden in der Region, erklärte Lula im Onlinedienst X. Die US-Bombardements erinnerten "an die schlimmsten Momente der Einmischung in die Politik Lateinamerikas und der Karibik", kritisierte der brasilianische Staatschef.

Vizepräsidentin Rodríguez zur Interims-Staatschefin ernannt

Unterdessen wurde Maduros bisherige Stellvertreterin Rodríguez von einem Gericht zur Interimspräsidentin ernannt. Bei einem Ausfall des Präsidenten sieht die venezolanische Verfassung diesen Schritt bis zu Neuwahlen vor. Rodríguez hatte zuvor die sofortige Freilassung Maduros und seiner Ehefrau gefordert. Sie nannte ihn den "einzigen Präsidenten des Landes". Den US-Angriff bezeichnete Rodríguez als Verstoß gegen die Charta der Vereinten Nationen, eine Zusammenarbeit mit den USA lehnte sie ab. Venezuela werde niemals die Kolonie einer anderen Nation sein, sagte sie weiter.

Maduro in Haftanstalt in New York gebracht - Anklage wegen Drogenhandels und Terrorismus

Nach seiner Gefangennahme in Venezuela ist Präsident Maduro inzwischen in einer Haftanstalt in New York angekommen. Ein vom Weißen Haus im Internet verbreitetes Video zeigt, wie Maduro in Handschellen von Beamten der Anti-Drogen-Behörde DEA abgeführt wird. Medienberichten zufolge soll er für die Zeit seiner Untersuchungshaft in einer Anstalt im Stadtbezirk Brooklyn untergebracht werden. Maduro und seiner Frau soll nach Angaben von Justizministerin Bondi der Prozess wegen Drogenhandels und Terrorismus gemacht werden.

Bericht: Mindestens 40 Tote durch US-Angriff

Bei einem groß angelegten Militäreinsatz hatten die USA in der Nacht zum Samstag Ziele in Venezuela angegriffen und Maduro und dessen Frau Cilia Flores gefangen genommen. Mehr als 150 Bomber, Kampfjets, Aufklärer, Hubschrauber und Drohnen waren US-Angaben zufolge im Einsatz. Wie ein hochrangiger venezolanischer Beamter der "New York Times" mitteilte, wurden mindestens 40 Menschen bei dem US-Angriff getötet. Offizielle Angaben zur Zahl der Todesopfer gibt es bislang nicht. Trump hatte Venezuela in den vergangenen Monaten immer wieder vorgeworfen, den Drogenschmuggel in die Vereinigten Staaten aktiv zu fördern.

Trump kündigt US-Verwaltung Venezuelas an

US-Präsident Trump kündigte an, nach dem Militäreinsatz in Venezuela würden die USA vorerst die Kontrolle in dem Land übernehmen. Dies gelte bis zu einem geordneten Übergang zu einer neuen Regierung in Caracas. Er kündigte außerdem an, US-Ölkonzerne würden in dem Land ihre Arbeit aufnehmen. Die Ölfirmen würden „Milliarden von Dollar“ in das südamerikanische Land investieren und die Infrastruktur wieder aufbauen. Auch sollten Menschen in den USA, die durch den venezolanischen Staat enteignet worden seien, entschädigt werden.

US-Demokraten sehen sich von Trump belogen

US-Demokraten werfen Trump vor, den Kongress über die Venezuela-Pläne belogen zu haben. In Gesprächen mit Kongressabgeordneten habe Trumps Regierung wiederholt bestritten, einen Regimewechsel in Venezuela anzustreben, sagte Senatorin Shaheen. Die führende Demokratin im Auswärtigen Ausschuss des Senats erklärte, die Regierung habe das Volk und seine gewählten Vertreter in die Irre geführt. Der demokratische Abgeordnete Beyer aus Virginia sprach von einem illegalen Krieg, der für einen Regimewechsel und Öl vom Zaun gebrochen worden sei. Auch der neue New Yorker Bürgermeister Mamdani bezeichnete den Militäreinsatz als Rechtsverstoß.

Westliche Länder rufen zu geordneter Machtübergabe auf - Kritik aus China, Russland und Iran

Der UNO-Sicherheitsrat in New York kündigte für Montag eine Sondersitzung an. Sie sei von Kolumbien beantragt worden. Die EU-Außenbeauftragte Kallas rief zur Zurückhaltung und Achtung des Völkerrechts auf. Kommissionspräsidentin von der Leyen teilte mit, die EU stehe an der Seite der Menschen in Venezuela und unterstütze einen friedlichen, demokratischen Übergang.
Mehrere europäische Staats- und Regierungschefs forderten einen geordneten Machtwechsel. Bundeskanzler Merz warnte in einer Kurzmitteilung vor politischer Instabilität in dem südamerikanischen Staat. Maduro habe sein Land ins Verderben geführt, jetzt benötige es eine durch Wahlen legitimierte Regierung. Ähnlich äußerte sich der britische Premierminister Starmer. Frankreichs Präsident Macron sprach sich dafür aus, dass der Oppositionspolitiker González einen friedlichen Machtwechsel anführen sollte.
China hat die Vereinigten Staaten aufgefordert, den venezolanischen Staatschef Maduro und dessen Frau unverzüglich freizulassen und die Situation durch Dialog und Verhandlungen zu lösen. Das Außenministerium in Peking erklärte in einer Stellungnahme, das Vorgehen der US-Regierung verstoße gegen internationales Recht. Zuvor hatte die chinesische Regierung den Militäreinsatz der Vereinigten Staaten in Venezuela kritisiert. Man sei zutiefst schockiert über die eklatante Verwendung von Gewalt durch die USA gegen einen souveränen Staat und dessen Präsidenten und verurteile dies aufs Schärfste, zitierte die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua einen Sprecher des Außenministeriums in Peking. Auch Russland und der Iran verurteilten den US-Militäreinsatz. Die drei Staaten gehören zu den Verbündeten Venezuelas.

Weiterführende Informationen

Maduros Nachfolgerin: Wer ist Delcy Rodríguez?
"Danke, Trump!": Exil-Venezolaner feiern Gefangennahme Maduros
Militärschlag gegen Maduro: Trumps Angriff auf Venezuela (Audio)
US-Intervention in Venezuela: Trumps Schlag gegen Maduro und die Folgen
Diese Nachricht wurde am 04.01.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.