Dlf 13.02.2026
00:30 Uhr

Nach Aussagen über Israel - Deutschland und Frankreich fordern Rücktritt von UNO-Berichterstatterin Albanese


Die Außenminister von Deutschland und Frankreich fordern den Rücktritt der UNO-Sonderberichterstatterin für die palästinensischen Gebiete, Albanese.

Nach Aussagen über Israel - Deutschland und Frankreich fordern Rücktritt von UNO-Berichterstatterin Albanese
Hintergrund sind Einlassungen Albaneses während einer Online-Konferenz vor einigen Tagen. Dabei sprach die Rechtswissenschaftlerin im Zusammenhang mit Israel von einem "gemeinsamen Feind". Frankreichs Außenminister Barrot bezeichnete Albanese daraufhin als politische Aktivistin, die mit ihrer Wortwahl sowohl der palästinensischen Sache als auch den Vereinten Nationen schade. Außenminister Wadephul erklärte in einem Statement, Albanese habe sich bereits in der Vergangenheit vielfach Ausfälle geleistet. Er verurteile ihre jüngsten Aussagen über Israel. Sie sei in ihrer Position unhaltbar.
Auch zuvor war die Italienerin bereits mit drastischen Worten über Israel aufgefallen. Sonderberichterstatter sind keine UNO-Mitarbeiter im eigentlichen Sinn, sondern gelten als unabhängige Experten. Die Rechtswissenschaftlerin ist seit 2022 im Amt.

Albanese wehrt sich vehement gegen die Rücktrittsforderungen und bestreitet Vorwürfe

Albanese wehrt sich vehement gegen Forderungen nach ihrem Rücktritt. Im italienischen Fernsehsender La7 sprach sie von einem "beispiellosen Angriff gegen eine Expertin der Vereinten Nationen". Sie bestreitet, dass sie mit "gemeinsamem Feind" Israel gemeint habe. Alles, was über sie gesagt worden sei, sei falsch und daher diffamierend.
Die Italienerin hatte beim Nachrichtenkanal Al Jazeera in Katar am Samstag von einem "gemeinsamen Feind" gesprochen - mutmaßlich mit Bezug auf Israel. Anstatt Israel zu stoppen, habe "der größte Teil der Welt Israel bewaffnet" und dem jüdischen Staat mit "politischen Ausreden, politischem Unterschlupf" sowie wirtschaftlicher und finanzieller Unterstützung geholfen.

Albanese: "Frankreich und Deutschland stehen Israel sehr nahe. Daher überraschen mich ihre Reaktionen nicht."

Wörtlich sagte Albanese in ihrem auf Video eingespielten Redebeitrag, den sie auch auf Instagram veröffentlichte: "Wir sehen jetzt, dass wir als Menschheit einen gemeinsamen Feind haben." Später ergänzte sie in den Sozialen Medien, der gemeinsame Feind der Menschheit sei "das System, das den Genozid in Palästina ermöglicht" habe, wie das Kapital, das ihn finanziere. In La7 verwies sie am Donnerstag darauf, dass Frankreich und Deutschland Israel sehr nahestünden. "Daher überraschen mich ihre Reaktionen nicht."
Diese Nachricht wurde am 13.02.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.