Dlf 14.02.2026
08:41 Uhr

München - US-Außenminister Rubio auf Sicherheitskonferenz: USA wollen Freundschaft mit Europa neu beleben


US-Außenminister Rubio hat Europa dazu aufgerufen, das transatlantische Bündnis gemeinsam mit den USA neu zu beleben. Die USA und Europa teilten das gemeinsame Erbe der westlichen Zivilisation und gehörten zusammen, sagte Rubio in einer Rede auf der Münchner Sicherheitskonferenz. In der Vergangenheit seien jedoch Fehler gemacht worden, die diese Zivilisation bedrohten.

München - US-Außenminister Rubio auf Sicherheitskonferenz: USA wollen Freundschaft mit Europa neu beleben
Rubio sprach dabei unter anderem von unkontrolliertem Freihandel und Massenmigration. Die USA unter Präsident Trump seien dabei, diese Fehler zu korrigieren. Sie wollten keine Trennung von Europa, sondern ein starkes Europa, um gemeinsam den Weg in ein neues Jahrhundert westlichen Wohlstands zu gehen, erklärte Rubio. Die Regierung in Washington erwarte von den Europäern dabei "Ernsthaftigkeit" und "Gegenseitigkeit". Man wolle keine schwachen Verbündeten. Meinungsverschiedenheiten wie in jüngster Zeit rührten daher, dass sich die USA "Sorgen" um Europa machten.
EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen begrüßte Rubios Bekenntnis zur transatlantischen Partnerschaft. Es sei an der Zeit, dass Europa bei seiner Sicherheit Verantwortung übernehme und dabei auch "Tabus" breche, sagte sie in ihrer Rede. So müsse die in den EU-Verträgen festgeschriebene Beistandsklausel zur gegenseitigen Verteidigung nun konkret mit Leben gefüllt werden, forderte von der Leyen.
Die Politikwissenschaftlerin Stelzenmüller sagte im Deutschlandfunk, das Denkmuster Rubios sei dasselbe wie das von US-Vizepräsident Vance.In Rubios Rede sei erneut ein "zivilisatorisches Narrativ" deutlich geworden, das auf einer angeblichen Rettung des Abendlandes gebaut sei. Stelzenmüller verwies darauf, dass Rubio damit verschiedene Narrative der AfD bedient habe.

Chinesischer Außenminister plädiert für Stärkung der UNO

Weitere Redner auf der Münchner Sicherheitskonferenz waren unter anderem der chinesische Außenminister Wang Yi und der britische Premierminister Starmer. Wang verwies in seinem Beitrag auf die US-Initiative für den sogenannten Friedensrat, den Kritiker als Konkurrenz zur UNO sehen. Er sagte, die führende Rolle der Vereinten Nationen müsse gestärkt werden. Ohne die UNO bestehe die Gefahr, dass das Recht des Stärkeren gelte. Es gäbe dann keine multilaterale Grundlage mehr.
Starmer erklärte, man könne Handlungsfähigkeit in einer gefährlichen Welt nicht mit Abkapselung erreichen. Deshalb wolle er deutlich machen, dass es keine britische Sicherheit ohne Europa und keine europäische Sicherheit ohne Großbritannien gebe. Das sei die historische Lektion und es sei heute die Realität, sagte Starmer.
In München werden mehr als 60 Staats- und Regierungschefs erwartet. Im Mittelpunkt der Sicherheitskonferenz stehen neben der Krise in den transatlantischen Beziehungen der Iran-Konflikt sowie der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine.

Aus dem Deutschlandfunk-Programm

Auftakt mit Bundeskanzler Merz – Stand der Münchner Sicherheitskonferenz (Audio)
Diese Nachricht wurde am 14.02.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.