Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder muss Berichten zufolge seinen Posten verlassen. Als Nachfolger ist der Finanzpolitiker Fritz Güntzler im Gespräch. Auch der künftige Verkehrsminister wird vor allem einen Schwerpunkt haben: die Krise bei der bundeseigenen Deutschen Bahn. Eine Schlüsselrolle bei der Sanierung soll die neue Bahnchefin Evelyn Palla spielen, die im vergangenen Jahr Nachfolgerin von Richard Lutz wurde. Noch immer sind viele Züge unpünktlich, bei der Sanierung hoch belasteter Strecken gab es Verzögerungen.
Neuer Fraktionschef Thorsten Frei
Dass der bisherige Kanzleramtschef Thorsten Frei den zurückgetretenen Fraktionschef Jens Spahn ablösen soll, hatte Merz schon am Mittwoch angekündigt.
Warken leitet künftig Kanzleramt
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken wird nach übereinstimmenden Medienberichten neue Kanzleramtschefin. Mit Warken holt sich Merz eine Ministerin ins Kanzleramt, die mit dem Sparpaket der gesetzlichen Krankenversicherung gerade einen wichtigen Teil des Reformpakets über die Bühne gebracht hat. Im Kanzleramt muss sie die Arbeit der Koalition und die Zusammenarbeit mit den Ländern koordinieren. Mit der Entscheidung für eine Frau - Warken ist auch Vorsitzende der Frauen Union - tritt Merz dem Vorwurf entgegen, das Kanzleramt sei ein reiner Männerverein
Linnemann neuer Bundesgesundheitsminister
Für Warken soll CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann Gesundheitsminister werden. Der 48-Jährige hatte schon nach der Bundestagswahl die Chance, ins Kabinett zu wechseln, ließ sie aber ungenutzt. Linnemann gilt als Experte für Wirtschaft und Soziales, hat sich aber als Generalsekretär auch schon mit kernigen Aussagen zur Gesundheitspolitik zu Wort gemeldet. Zum Beispiel mit seiner Forderung nach einer drastischen Reduzierung der gut 90 gesetzlichen Krankenkassen.
Hoppermann wird CDU-Generaksekretärin
Linnemanns Posten als CDU-Manager soll die bisherige Schatzmeisterin der Partei, Franziska Hoppermann, übernehmen. Die Diplomkauffrau sitzt seit 2021 für den Wahlkreis Hamburg-Wandsbek im Bundestag, gehört dem Haushaltsausschuss und dem Ausschuss für Digitales und Staatsmodernisierung an. Der 44-Jährigen stehen mit den drei Landtagswahlen im September wichtige und womöglich turbulente Zeiten bevor.
Amthor Staatsminister für Bund-Länder-Beziehungen
Der bisherige Parlamentarische Staatssekretär im Digitalministerium, Philipp Amthor, CDU, löst den Staatsminister für die Bund-Länder-Beziehungen im Kanzleramt ab. Der 33-jährige kommt aus Mecklenburg-Vorpommern und gilt als einer der talentiertesten jungen CDU-Politiker. Im Digitalministerium kümmerte er sich zuletzt vor allem um den Bürokratieabbau. Mit der Ablösung Michael Meisters reagiert Merz auf die große Unzufriedenheit der Landesregierungen mit der Koordination der Regierungsarbeit mit den Ländern.
Eine offizielle Bestätigung gab es bislang nicht. Ob zu den genannten Personalien noch weitere hinzukommen, war offen. Die Umbesetzungen waren nötig geworden, weil der bisherige Unions-Fraktionschef Jens Spahn am Sonntag wegen der Leihmutter-Affäre zurückgetreten war. Der 46-jährige CDU-Politiker aus Nordrhein-Westfalen hat sich bislang nicht dazu erklärt, ob er sein Bundestagsmandat behalten will.
Diese Nachricht wurde am 24.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
