Vieles, was man aktuell erlebe, habe nichts mehr mit Meinungsfreiheit zu tun, erklärte Prosor. Neben der Zustimmung für die AfD sorge ihn auch der Antisemitismus von links und aus muslimisch geprägten Bevölkerungsgruppen.
Schuster fordert Zivilcourage
Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Schuster, betonte, es sei höchste Zeit, dass aufrechte Demokraten aufstünden und Zivilcourage bewiesen. Schuster schrieb in einem Beitrag für das Portal t-online, schon jetzt seien die Kräfte beträchtlich, "die uns als jüdische Gemeinschaft aus dem öffentlichen Leben verdrängen wollen". Diese Kräfte würden weiter erstarken, wenn es die Gesellschaft nicht schaffe, die bedrohlichen Entwicklungen zu stoppen, warnte Schuster.
Der jüdische Publizist Michel Friedman konstatierte eine immer schlechtere Lebensqualität jüdischer Menschen in Deutschland. Der Judenhass in Deutschland explodiere, sagte Friedman im RBB-Hörfunk. Aussprüche wie "Wehret den Anfängen" oder "Nie wieder" wolle er nicht mehr hören, man sei längst mittendrin. Friedman rief zugleich zum Kampf gegen Antisemitismus auf.
Internationales Auschwitz Komitee sieht ebenfalls Gefahren
Auch das Internationale Auschwitz Komitee sieht das Gedenken an den Völkermord der Nationalsozialisten von den aktuellen politischen Entwicklungen überschattet. Vizepräsident Heubner erklärte, die Überlebenden des Holocaust in aller Welt fragten sich, ob sich die Demokratien und ihre Bürgerinnen und Bürger der Gefahren hinreichend bewusst seien, die von hasserfüllter Rhetorik rechtsextremer und populistischer Politiker und Parteien ausgehe.
Mit dem Holocaust-Gedenktag wird an die Ermordung von sechs Millionen Jüdinnen und Juden während des Nationalsozialismus erinnert. Am 27. Januar 1945 hatten Soldaten der Roten Armee das deutsche Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau befreit. Morgen findet im Bundestag die traditionelle Gedenkstunde für die Opfer des Nationalsozialismus statt.
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Diese Nachricht wurde am 27.01.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
