Das berichten NDR, WDR und die Süddeutsche Zeitung. Danach war die Ladung offenbar kurz zuvor aus Frankreich nach Leipzig gebracht worden und sollte weiter transportiert werden. Der Flughafen Leipzig/Halle ist ein Fracht-Drehkreuz auch für militärische Hilfslieferungen für die Ukraine in ihrem Verteidigungskampf gegen Russland. Die Drohne war in der Nacht auf Mittwoch vom Flughafenpersonal entdeckt worden.
Wer hinter dem Vorfall steckt, ist noch unklar. Bundesinnenminister Dobrindt sprach von einem "hybriden Anschlagsszenario". Dabei schloss er auch "fremde Mächte" als Drahtzieher nicht aus. Zudem betonte der CSU-Politiker, der sehr ernste sicherheitsrelevante Vorfall zeige eine neue Gefahrenqualität. Dobrindt hatte sich gestern Abend mit den Chefs der deutschen Sicherheitsbehörden zu einer Lagebesprechung getroffen.
Grüne fordern Einberufung des Nationalen Sicherheitsrates
Grünen-Fraktionschefin Dröge sagte der Deutschen Presse-Agentur, der Sicherheitsrat müsse umgehend zusammenkommen, um über die Lage und die notwendigen Konsequenzen daraus zu beraten. In einer solch ernsten Situation dürften auch Bundeskanzler Merz und Verteidigungsminister Pistorius nicht fehlen.
Die SPD-Bundestagsabgeordnete Eichwede sagte im Deutschlandfunk, man müsse nun in alle Richtungen
ermitteln.
Es deute aber einiges darauf hin, dass eine - Zitat - "fremde Macht" ihre Hände im Spiel haben könnte. Deutschland müsse nun seine Anstrengungen intensivieren, die kritische Infrastruktur vor derartigen Angriffen zu schützen. Der CDU-Verteidigungspolitiker Kiesewetter vermutet, dass Russland die Tat beauftragt hat. Er sagte der "Augsburger Allgemeinen", Deutschland sollte Artikel-4-Konsultationen in der NATO anstrengen. Artikel 4 erlaubt es jedem Mitgliedsland, Beratungen mit den Bündnispartnern zu verlangen, wenn es seine territoriale Unversehrtheit bedroht sieht.
Weiterer Vorfall mit "unbekanntem Flugobjekt"
Bei einem weiteren Vorfall in der Nähe war eine Frachtmaschine mit einem "unbekannten Flugobjekt" zusammengestoßen und leicht beschädigt worden. Sie konnte später sicher in Hannover landen. Es wird weiter nach Teilen des Objekts gesucht.
Zuständig sind inzwischen die Generalstaatsanwaltschaft Dresden und das sächsische Landeskriminalamt. Auch das im LKA ansässige Polizeiliche Terrorismus- und Extremismus-Abwehrzentrum ist beteiligt.
Diese Nachricht wurde am 06.08.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
