An dem Gespräch nahmen US-Vizepräsident Vance, Außenminister Rubio sowie der dänische Außenminister Rasmussen und die grönländische Ministerin Motzfeld teil. Kurz vor dem Treffen im Weißen Haus hatte US-Präsident Trump noch einmal den Anspruch der Vereinigten Staaten auf die Insel bekräftigt. Er schrieb in seinem Onlinedienst Truth Social, Grönland sei für das geplante Raketenabwehrsystem Golden Dome von entscheidender Bedeutung. Die NATO werde viel mächtiger und effektiver, wenn Grönland in den Händen der USA liege. Alles andere sei inakzeptabel.
Dänemark erhöht Militärpräsenz
Dänemark, zu dessen Staatsgebiet Grönland gehört, kündigte an, seine Militärpräsenz dort auszubauen. Man werde auch innerhalb der NATO auf mehr Übungen in der Arktis drängen. Die dänische und die grönländische Regierung lehnen die Übernahmepläne entschieden ab.
EU-Parlament kritisiert US-Äußerungen
Das Europäische Parlament bezeichnete in einer Stellungnahme die Haltung der US-Regierung als inakzeptabel. Die Äußerungen aus Washington hätten keinen Platz in den Beziehungen zwischen demokratischen Partnern und würden unter anderem das Völkerrecht eklatant herausfordern. Jeder Versuch, die Souveränität und die territoriale Integrität Dänemarks und Grönlands zu untergraben, verstoße gegen das Völkerrecht.
Ähnlich äußerten sich mehrere Sonderberichterstatter und Experten der Vereinten Nationen. Sie kritisierten in einer in Genf veröffentlichten Erklärung die Andeutungen Trumps über eine mögliche Aneignung Grönlands. Schon die Drohung mit Gewalt verstoße gegen die Charta der Vereinten Nationen, hieß es.
Diese Nachricht wurde am 14.01.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
