Die EU werde diese universellen Grundsätze verteidigen. Die Bundesregierung erklärte in Berlin, Grenzen dürften nicht mit Gewalt verschoben werden. Es gelte das Völkerrecht. Auch Politiker von Grünen und Linken kritisierten die Äußerungen Trumps, der erneut Anspruch auf Grönland erhoben hatte.
Grönlands Regierungschef Nielsen betonte, man sei offen für einen Dialog. Dieser müsse aber über die angemessenen Kanäle und unter Achtung des Völkerrechts geschehen. Dänemarks Regierungschefin Frederiksen sagte, die Vereinigten Staaten hätten kein Recht, einen Teil der dänischen Staatsgemeinschaft zu annektieren.
"Europa muss gemeinsame Linie finden"
Der Grünen-Außenpolitiker Nouripour sagte, Europa müsse schnell eine gemeinsame Linie finden und klären, wie man Dänemark konkret beistehen würde. Linken-Chef van Aken forderte gegenüber den Sendern RTL und NTV eine stärkere diplomatische Präsenz europäischer Staaten auf Grönland. Wenn europäische Botschafter vor Ort wären, fiele es den USA schwerer, die Insel einzunehmen, sagte er. Zudem müssten alle Europäer klar sagen, dass kein Millimeter von Grönland an die USA gehe.
Grönlands Regierung: "Keine weiteren Annexions-Fantasien"
Grönlands Regierung wies die US-Ansprüche auf die Insel ebenfalls erneut zurück. Es reiche jetzt, erklärte der grönländische Regierungschef Nielsen im Onlinedienst Facebook. "Kein weiterer Druck. Keine weiteren Andeutungen. Keine weiteren Annexions-Fantasien". Nielsen fügte hinzu, man sei offen für einen Dialog. Dieser müsse aber über die angemessenen Kanäle und unter Achtung des Völkerrechts geschehen. Dänemarks Ministerpräsidentin Frederiksen erklärte, die USA hätten kein Recht, eines der Länder des Königreichs Dänemark zu annektieren. Sie erinnerte zudem daran, dass Grönland Teil der NATO sei.
Trump: "Brauchen Grönland unbedingt"
Trump hatte den Anspruch seines Landes auf Grönland bekräftigt. Er sagte dem US-Magazin “The Atlantic”, Venezuela sei möglicherweise nicht das letzte Land, in dem die Vereinigten Staaten intervenierten. Die USA brauchten Grönland unbedingt. Die Insel sei "umzingelt von russischen und chinesischen Schiffen", argumentierte Trump. Er hatte schon öfter damit gedroht, Grönland den USA einzuverleiben. Auch militärische Mittel schloss er nicht aus.
Online-Post der Gattin von US-Stabschef Miller
Das Thema war durch einen Online-Post aus dem Umfeld der US-Regierung wieder in den Blickpunkt gerückt: Die Ehefrau von Trumps Vize-Stabschef Miller hatte eine Grönland-Karte in den Farben der US-Flagge gepostet und mit dem Kommentar "bald" versehen. Grönlands Regierungschef Nielsen hatte schon da protestiert: "Unser Land steht nicht zum Verkauf, und unsere Zukunft wird nicht durch Beiträge in sozialen Medien entschieden." Auch der dänische Botschafter in den USA, Sörensen, ermahnte Washington, die territoriale Integrität des Königreichs zu wahren.
Grönland gehört zum Königreich Dänemark, ist aber weitgehend autonom.
Diese Nachricht wurde am 05.01.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
