Dlf 29.11.2025
09:01 Uhr

Gießen - Proteste und Blockaden gegen Gründung von neuer AfD-Jugendorganisation


Im hessischen Gießen will sich heute und morgen die Jugendorganisation der AfD neu gründen. Es gibt Proteste und Blockaden, sodass sich der Beginn der Veranstaltung um etwa zwei Stunden verzögerte.

Gießen - Proteste und Blockaden gegen Gründung von neuer AfD-Jugendorganisation
Die Junge Alternative hatte sich im Frühjahr aufgelöst. Zuvor war sie vom Bundesamt für den Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestuft. Beobachtern zufolge sollte mit der Auflösung der JA negativen Auswirkungen auf die Mutterpartei vorgebeugt werden. Designierter Vorsitzender der neuen Organisation mit dem voraussichtlichen Namen "Generation Deutschland" ist der Brandenburger Landtagsabgeordnete Hohm.
Der Potsdamer Rechtsextremismusexperte Christoph Schulze sagte der "Welt", die bevorstehende Wahl Hohms sei "keinesfalls als Signal für eine Mäßigung zu werten”. Vielmehr stehe sie für ein "Festhalten am radikalen Kurs der bisherigen Jugendorganisation", erklärte der Forscher vom Moses-Mendelssohn-Zentrum für europäisch-jüdische Studien. Ähnlich äußerte sich die Trierer Politikwissenschaftlerin Anna-Sophie Heinze. Hohm wird vom Verfassungsschutz Brandenburg als Rechtsextremist geführt. Gegenüber dem Deutschlandfunk bekräftigte er, er würde sich nie von der Identitären Bewegung distanzieren.

Blockaden und Proteste

Gegen die Neugründung der AfD-Jugendorganisation wurde für mehrere Proteste mobilisiert. In der Innenstadt kamen Tausende friedlich zusammen. Der Deutsche Gewerkschaftsbund sprach von mehr als 25.000 Teilnehmern.
Das Protestbündnis "Widersetzen" versuchte mit Straßenblockaden den Zugang zu der Veranstaltung zu blockieren. Demnach waren am Vormittag mehr als 15.000 Aktivistinnen und Aktivisten gegen Rechtsextremismus auf der Straße. Dabei kam es laut Polizei vereinzelt auch zu gewaltsamen Zusammenstößen. Teilweise seien Beamte mit Steinen und Flaschen beworfen worden.

Weidel nennt Proteste "zutiefst undemokratisch"

AfD-Chefin Weidel hat die teils massiven Proteste scharf kritisiert. Das sei zutiefst undemokratisch, sagte sie in ihrem Grußwort. Sie sprach von einer Gewaltbereitschaft, vor der man sich regelrecht fürchten müsse. Weidel rief den Demonstranten zu, sie sollten abrüsten. Polizeibeamten müsse "mit Herz und Respekt" begegnet werden. Weidel zufolge wurde der 35-jährige AfD-Bundestagsabgeordnete Schmidt geschlagen. Auch Bundesinnenminister Dobrindt kritisierte die Gewaltbereitschaft eines Teils der Demonstranten.

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Diese Nachricht wurde am 29.11.2025 im Programm Deutschlandfunk gesendet.