US-Präsident Trump teilte als Vorsitzender des von ihm initiierten Gremiums mit, von den rund 20 Mitgliedsstaaten seien über sieben Milliarden Dollar für den Wiederaufbau zugesagt worden. Seine Regierung werde einen weiteren Beitrag von zehn Milliarden Dollar leisten.
Darüber hinaus wollten fünf Länder Truppen für die geplante internationale Stabilisierungstruppe in dem palästinensischen Küstenstreifen stellen. Dabei handelt es sich Trump zufolge um Indonesien, Marokko, Kasachstan, das Kosovo und Albanien. Daneben hätten Ägypten und Jordanien zugesagt, Polizisten auszubilden. Die internationalen Einheiten sollen auch die Waffenruhe zwischen Israel und der militant-islamistischen Hamas sichern sowie einen dauerhaften Frieden gewährleisten.
Stabilisierungstruppe mit 20.000 Soldaten geplant
Der Friedensrat soll die sogenannte internationale Stabilisierungstruppe aufbauen. Insgesamt sollen langfristig 20.000 Soldaten im Einsatz sein, wie der Generalmajor der Truppe, Jeffers, erklärte. Zunächst sollen Einsatzkräfte demnach in Rafah im Süden des Gazastreifens stationiert werden, später in weiteren Gebieten. Laut Jeffers sollen außerdem langfristig 12.000 Polizisten vor Ort eingesetzt werden.
Der Milliardär und Investor Marc Rowan gab Einblicke in die Wiederaufbaupläne des Friedensrats. Beginnen werde der Wiederaufbau in der südlichen Stadt Rafah, sagte Rowan, der dem Exekutivkomitee des Friedensrats angehört, bei der Sitzung des Gremiums.
Zunächst seien 100.000 Wohnungen für 500.000 Menschen geplant, etwa ein Viertel der Bevölkerung des Palästinensergebiets, erklärte er. Zudem sollten fünf Milliarden US-Dollar in die Infrastruktur investiert werden. Längerfristig seien 400.000 neue Wohnungen für die Bevölkerung geplant sowie Infrastrukturprojekte im Umfang von 30 Milliarden Dollar. Wann die Bauvorhaben beginnen sollen, sagte er nicht. Geld sei nicht das Problem, erklärte er, es sei vielmehr eine Frage des Friedens.
Israel und Hamas stellen Forderungen
Doch es besteht weiter Skepsis an der Umsetzung des Plans für den zerstörten Gazastreifen. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu betonte, dass der Wiederaufbau Gazas erst nach der Entwaffnung der islamistischen Terrororganisation Hamas beginnen könne. Dies habe man mit den USA vereinbart. Trump sagte: "Ich denke, sie werden ihre Waffen abgeben." Sonst werde die Hamas hart bestraft. Die lehnt eine Entwaffnung jedoch bisher ab. Netanjahu sagte: "Die Hamas wird sehr bald vor einem Dilemma stehen." Entweder lege sie die Waffen "auf die leichte Weise" nieder "oder auf dem harten Weg."
In einer Stellungnahme anlässlich der ersten Sitzung des Friedensrats in Washington rief die Terrororganisation Hamas die internationale Gemeinschaft und die an dem Gremium beteiligten Mitgliedsstaaten auf, "praktische Schritte zu ergreifen, um die Besatzung (Israel) zu zwingen, ihre Aggression einzustellen, die Grenzübergänge zu öffnen, den ungehinderten Zugang humanitärer Hilfe zu ermöglichen und unverzüglich mit dem Wiederaufbau zu beginnen".
Jeder politische Weg oder Vereinbarungen müssten auf der "vollständigen Beendigung der Aggression, Aufhebung der Belagerung und der Gewährleistung der legitimen nationalen Rechte unseres Volkes" beruhen, teilte die Hamas mit. Der Hamas gelang es seit Beginn der Waffenruhe, ihre Herrschaft in den von ihr kontrollierten Gebieten wieder weitgehend zu festigen.
Deutschland auf Beamtenebene dabei
In der ersten Sitzung des Friedensrates war Deutschland zwar auf hoher Beamtenebene vertreten, eine reguläre Mitgliedschaft lehnt die Bundesregierung unter Verweis auf die Bedeutung der UNO ab. Vertreter von fast 50 Ländern, darunter 27, die bereits Mitglieder des Friedensrats sind, kamen zu dem Treffen. Auch einige Staats- oder Regierungschefs reisten an, darunter der indonesische Präsident Subianto, Argentiniens Staatschef Milei und der ungarische Regierungschef Orban.
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Diese Nachricht wurde am 20.02.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
