Dlf 04.03.2026
07:10 Uhr

Deutschlandfunk-Recherche - Bundesumweltministerium streicht zeitliches Ziel für Atommüllendlager


Das Bundesumweltministerium rückt von einem zeitlichen Ziel ab, bis wann ein Standort für ein Atommüllendlager benannt sein soll. Das geht aus einem Referentenentwurf hervor, der dem Deutschlandfunk vorliegt. Das ursprüngliche Zieljahr 2031 ist darin ersatzlos gestrichen.

Deutschlandfunk-Recherche - Bundesumweltministerium streicht zeitliches Ziel für Atommüllendlager
Begründet wird dies damit, dass sich dieses Ziel als nicht realistisch erwiesen habe. Eine gesetzliche Vorgabe sei zudem nicht mit den Anforderungen an das Auswahlverfahren für den bestmöglichen Standort kompatibel.

Umweltministerium: Endlagersuche bis Mitte des Jahrhunderts abschließen

Die Bundesgesellschaft für Endlagerung mbH (BGE) erklärte auf Anfrage, es liefen Gespräche, die man nicht kommentieren wolle. Auch das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) lehnte eine Stellungnahme ab. Beide verwiesen auf das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUKN).
Ein Sprecher des Umweltministeriums teilte auf Anfrage mit, man bereite derzeit den Referentenentwurf für eine Novelle des Standortauswahlgesetzes vor und befinde sich dazu noch in der so genannten Hausabstimmung auf Fachebene. Unfertige Entwürfe kommentiere man nicht. Mit der Novelle des Standortauswahlgesetzes wolle man allerdings die Endlagersuche so optimieren, dass vor allem die Dauer des Verfahrens minimiert werde. Ziel sei, die Endlagersuche bis Mitte des Jahrhunderts abzuschließen.
Vor zwei Jahren war durch Recherchen des Deutschlandfunks bekannt geworden, dass die Suche nach einem Standort bis in die 70er-Jahre andauern könnte. Dies hatte ein Gutachten im Auftrag des BASE ergeben. Daraufhin hatte das Bundesumweltministerium Maßnahmen zur Beschleunigung des Verfahrens angekündigt. Minister Schneider hatte noch vor wenigen Wochen erklärt, die Mitte des Jahrhunderts für eine Festlegung anzustreben. Im Gesetzentwurf ist davon nicht mehr die Rede.
Im kommenden Jahr will die Bundesgesellschaft für Endlagerung nach langen Vorbereitungen sogenannte Standortregionen benennen, die für ein Atommüllendlager in Frage kommen könnten. Bei der Suche nach einem Endlager geht es vorrangig um die hochradioaktiven Abfälle. Endlager für schwach und mittelradioaktiven Atommüll sind bereits im Bau oder im Betrieb.
Diese Nachricht wurde am 04.03.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.