Dlf 18.01.2026
06:20 Uhr

Debatte - Krankenstand: "Merz hat völlig recht": Kanzler bekommt Unterstützung von Kassenärztlicher Bundesvereinigung


Bundeskanzler Merz hat mit seinen Aussagen zu Krankschreibungen in Deutschland unterschiedliche Reaktionen ausgelöst. Merz hatte gesagt, der Krankenstand betrage 14,5 Tage im Durchschnitt und dazu die Frage gestellt: "Ist das wirklich notwendig?"

Debatte - Krankenstand:
Der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Gassen, sagte dem "Tagesspiegel", Merz habe völlig recht. Deutschland habe im internationalen Vergleich einen sehr hohen Krankenstand. Die telefonische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung lade "natürlich" zum Missbrauch ein, ergänzte Gassen. Am Telefon könne kein Arzt zuverlässig beurteilen, ob jemand wirklich arbeitsunfähig sei oder nicht.

Parteiübergreifende Kritik

Von SPD, Grünen, Linken und dem BSW hatte es hingegen Kritik an den Äußerungen des Kanzlers gegeben. Linken-Bundesgeschäftsführer Ehling sagte, wer den hohen Krankenstand beklage, solle über Überlastung, Personalmangel und krankmachende Arbeitsbedingungen reden, statt Beschäftigten fehlende Arbeitsmoral zu unterstellen.

Zahl der Krankheitstage wohl auch wegen anderer Erfassung gestiegen

Nach Zahlen des Statistischen Bundesamts waren Beschäftigte im Jahr 2024 im Durchschnitt 14,8 Arbeitstage lang krankgeschrieben. Dies ist ein Anstieg um 3,6 Krankheitstage im Vergleich zu 2021. Den Angaben zufolge ist ein möglicher Grund die Umstellung auf die digitale Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung. Damit würden Ausfälle vollständiger erfasst.
Diese Nachricht wurde am 18.01.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.