Dlf 04.06.2026
09:30 Uhr

China - Keine Aufarbeitung des Tian'anmen-Massakers


Taiwans Präsident Lai Ching-te hat China für die mangelnde Aufarbeitung des Massakers am Tian'anmen-Platz vor 37 Jahren in Peking kritisiert.

China - Keine Aufarbeitung des Tian'anmen-Massakers
Ein großes und mächtiges Land sollte sich den Wunden seiner Geschichte stellen, sagte Lai. Er hoffe, dass China die Wahrheit anerkenne und einen Dialog beginne. US-Außenminister Rubio erklärte, die Zensur der chinesischen Regierung könne die Vergangenheit nicht auslöschen.
Am 4. Juni 1989 hatten Studierende den Tian'anmen-Platz in Peking friedlich besetzt, um für Demokratie zu demonstrieren. Das chinesische Militär schlug die Proteste nieder. Hunderte Menschen wurden getötet, die genaue Zahl ist unklar. In China sind die Ereignisse tabu. Die Behörden versuchen, jedes Erinnern zu verhindern. Zuletzt hatte die Polizei nach Angaben der Nachrichtenagentur AP den Angehörigen der Opfer verboten, am Jahrestag einen Friedhof aufzusuchen. Laut der Menschenrechtsorganisation Amnesty International werden dort seit mehr als 30 Jahren am 4. Juni Gedenkreden gehalten.
Diese Nachricht wurde am 04.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.