Dlf 08.12.2025
23:52 Uhr

Brüssel - EU-Staaten einigen sich auf Verteilung von Asylbewerbern


Die EU-Länder haben sich bei der Verteilung von Asylbewerbern und den Beiträgen zum sogenannten Solidaritätsmechanismus geeinigt. Innerhalb der Europäischen Union sollen 21.000 Schutzsuchende umgesiedelt werden, um besonders unter Druck stehende EU-Staaten zu entlasten, wie die EU-Innenminister bei einem Treffen in Brüssel festlegten.

Brüssel - EU-Staaten einigen sich auf Verteilung von Asylbewerbern
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) vor der Live-Sendung der ARD-„Arena“ in der Lemo Kulturhalle in Niederkassel, Nordrhein-Westfalen. (Foto: Rolf Vennenbernd/dpa)
Zudem sollen weniger belastete EU-Länder im Rahmen eines Solidaritätsmechanismus 420 Millionen Euro bereitstellen. Welche Beiträge Deutschland oder andere Länder gemäß der Einigung nun konkret leisten müssen, blieb zunächst unklar.
Als Länder, die im kommenden Jahr wegen eines hohen Migrationsdrucks Anrecht auf Solidarität anderer EU-Staaten haben, stuft die EU-Kommission in ihrer Analyse Griechenland und Zypern sowie Spanien und Italien ein. Zu den EU-Staaten, die nach den neuen Regeln wahrscheinlich Migranten aus anderen Ländern aufnehmen oder andere Solidaritätsbeiträge leisten müssen, zählen Länder wie Schweden, Portugal, Ungarn, Rumänien und Luxemburg.

Gemeinsame Liste sicherer Herkunftsländer festgelegt

Darüber hinaus legte die EU erstmals eine gemeinsame Liste sicherer Herkunftsländer fest. Diese umfasst Ägypten, Marokko, Tunesien, Indien, Kosovo, Bangladesch und Kolumbien. Um sie leichter zurückschicken zu können, sollen für Asylbewerber aus diesen Staaten beschleunigte Verfahren möglich sein, etwa direkt an Grenzen oder in Transitbereichen. EU-Beitrittskandidaten gelten ebenfalls grundsätzlich als sichere Länder, sofern keine Kriegs- oder gravierenden Menschenrechtsrisiken bestehen. Auch in sogenannte sichere Drittländer, die nicht die Herkunftsländer sind, soll künftig leichter abgeschoben werden können.
Die EU-Staaten müssen sich nun noch mit dem Europäischen Parlament auf den endgültigen Rechtstext einigen.

Aus dem Deutschlandfunk-Programm

EU-Innenminister einigen sich auf Verschärfung der Asylpolitik
Diese Nachricht wurde am 09.12.2025 im Programm Deutschlandfunk gesendet.