Dlf 08.01.2026
10:01 Uhr

Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern - Protest gegen Mercosur-Abkommen - Bauernverband fordert weitere Nachverhandlungen


Vor der möglichen EU-Abstimmung über den Mercosur-Freihandelsvertrag hat sich der Deutsche Bauernverband für weitere Verhandlungen zugunsten der Landwirtschaft ausgesprochen.

Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern - Protest gegen Mercosur-Abkommen - Bauernverband fordert weitere Nachverhandlungen
Man lehne den Agrarteil des Abkommens weiter ab, sagte Generalsekretärin Sabet im Deutschlandfunk. Die zugesagten Verbesserungen seien bislang unklar geblieben. Sabet forderte, dass auf EU-Ebene nochmal über strengere Schutzmechanismen und Kontrollen gesprochen werde. Die Bauern befürchten Nachteile für ihre Wettbewerbsfähigkeit durch das Handelsabkommen mit den Mercosur-Staaten in Südamerika, etwa durch unterschiedliche Vorgaben im Pflanzen- und Tierschutz sowie beim Mindestlohn.

Bauern-Proteste in Deutschland und Frankreich

In mehreren Bundesländern finden heute Protestaktionen von Bauern statt, unter anderem auf Straßen und Autobahnen in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. Auch in Frankreich demonstrieren Landwirte mit ihren Traktoren vor Pariser Sehenswürdigkeiten. In der Nähe des Eiffelturms sowie am Triumphbogen waren je etwa ein Dutzend Traktoren geparkt, umgeben von zahlreichen Sicherheitskräften, wie AFP-Journalisten beobachteten. "Nein zu Mercosur" war zu lesen. Oder: "Frankreich, willst Du Deine Bauern noch?"
Im Rat der 27 EU-Länder könnte am Freitag über das Mercosur-Abkommen abgestimmt werden. Da Italien nach erneuten Verhandlungen von seinem Widerstand abgerückt ist, gilt die nötige qualifizierte Mehrheit für das Abkommen als möglich. EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen will am Montag zur Unterzeichnung nach Paraguay reisen.
Diese Nachricht wurde am 08.01.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.