Dlf 16.08.2026
20:49 Uhr

Belgien - Brand im Hohen Venn teilweise unter Kontrolle - Behörden in Monschau geben vorerst Entwarnung


Der Brand im belgischen Naturschutzgebiet Hohes Venn hat sich weiter ausgebreitet, ist laut Innenminister Quintin aber an einigen Feuerfronten inzwischen unter Kontrolle. In der Eifelstadt Monschau sind vorerst keine Evakuierungen mehr geplant. Entwarnung wurde im Hürtgenwald gemeldet.

Belgien - Brand im Hohen Venn teilweise unter Kontrolle - Behörden in Monschau geben vorerst Entwarnung
Das Feuer im Hohen Venn hatte sich seit Freitag rasant auf fast 3.000 Hektar ausgebreitet . Er gilt schon jetzt als größter Waldbrand in der Geschichte Belgiens. Die Feuerfront erstreckte sich über einen Kilometer, wie der Sender RTBF berichtete. Einsatzkräfte aus Deutschland und Luxemburg sowie zwei Hubschrauber aus den Niederlanden kämpfen laut den lokalen Behörden gegen die Flammen. Rund 600 Einwohner aus zwei belgischen Gemeinden wurden evakuiert.
Wegen wechselnder Winde bleibt die Lage angespannt. Die belgischen Behörden haben weitere Einsatzkräfte aus Deutschland angefordert. Die Unterstützung sei bereits angelaufen, teilte die Städteregion Aachen mit.

Stadt Monschau: keine Evakuierung geplant

Die Feuerfront ist auch auf etwa eineinhalb Kilometer an die deutsche Grenze herangerückt. Bewohner der Eifelstadt Monschau wurden deshalb zwischenzeitlich aufgerufen, sich als Vorsichtsmaßnahme auf eine Evakuierung vorzubereiten. Am Sonntag gaben die Behörden dann vorerst Entwarnung. Die Stadt geht nicht davon aus, dass die Flammen Monschau erreichen. Wegen der starken Rauchenwicklung wurde den Bewohnern von zwei Stadtteilen in Monschau allerdings empfohlen, diese zu verlassen.
Das Hohe Venn besteht größtenteils aus Moor- und Heidelandschaft. Durch das zerklüftete Gelände können die Einsatzkräfte das Feuer nicht aus nächster Nähe bekämpfen. Zudem brennen inzwischen auch Torfschichten, was wochenlange Löscharbeiten nach sich ziehen könnte. Fachleute warnen zudem vor den ökologischen Folgen. Es könne Jahre dauern, bis sich die Torfschichten in dem Moor vom dem Feuer erholten.

Brand in Hürtgenwald unter Kontrolle

Der größte Waldbrand in der Geschichte Nordrhein-Westfalens im Hürtgenwald in der Eifel ist nach einem tagelangen Großeinsatz unter Kontrolle. Das hat Dürens Landrat Nolten bekannt gegeben. Die Zahl der Einsatzkräfte sei deutlich reduziert worden. Ein Aufklärungshubschrauber mit Wärmebildkamera beobachte aber nach wie vor, ob sich die vereinzelten Glutnester auf dem 300 Hektar großen Areal wieder entzünden. Zwei Löschhubschrauber blieben ebenfalls vor Ort.

400 Einsatzkräfte kämpfen gegen Waldbrand im Saarland

Rund 400 Einsatzkräfte kämpfen aktuell im saarländischen Landkreis Neunkirchen gegen einen sich ausbreitenden Waldbrand. Sechs Hektar Waldfläche sind nach Angaben des Landes-Innenministeriums betroffen. Minister Jost habe sich vor Ort ein Bild von der Lage und den laufenden Löscharbeiten gemacht. Die Brandbekämpfung gestaltet sich aufgrund des schwierigen Geländes und der aufwendigen Löschwasserversorgung anspruchsvoll. 
Ein Waldbrand im rheinland-pfälzischen Westerwald bedroht nicht mehr unmittelbar Wohngebäude. Zuvor waren Anwohner einer Straße im Landkreis Altenkirchen aufgefordert worden, ihre Häuser zu verlassen.
Bei einem Brand im rheinland-pfälzischen Langscheid konzentrieren sich die Einsatzkräfte auf noch verbliebene Glutnester. Dort waren am Wochenende insgesamt 650 Feuerwehrleute im Einsatz.
Lesen Sie hier: Waldbrand in NRW - Landwirtschaftsministerin Gorißen: Raus aus den Wäldern (Audio-Link)
Diese Nachricht wurde am 16.08.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.