Dlf 21.04.2026
10:27 Uhr

Altersvorsorge - Merz: Gesetzliche Rente wird künftig nur noch "Basisabsicherung" sein - SPD weist Vorstoß zurück


Bundeskanzler Merz sieht die gesetzliche Rentenversicherung nur noch als Basisabsicherung für das Alter. Er rief mit Blick auf die geplante Rentenreform zu einem Umdenken bei der Altersvorsorge auf. Merz sagte beim Empfang zum 75. Jubiläum des deutschen Bankenverbands, die Rente werde nicht mehr ausreichen, auf Dauer den Lebensstandard zu sichern.

Altersvorsorge - Merz: Gesetzliche Rente wird künftig nur noch
Es seien zusätzlich "kapitalgedeckte Elemente einer betrieblichen und privaten Altersversorgung" nötig, sagte der Kanzler. "Und zwar in weit größerem Umfang, als wir sie gegenwärtig weitgehend auf der Basis von Freiwilligkeit haben."
Derzeit berät eine von der Regierung eingesetzte Rentenkommission über eine Reform, die das System langfristig auf solide Füße stellen soll. Sie will ihre Empfehlungen im Sommer vorlegen.

SPD kündigt harten Widerstand an

Besonders die Aussage zur Basisrente nannte SPD-Generalsekretär Klüssendorf im Spiegel inakzeptabel. "Wenn der Bundeskanzler die gesetzliche Rente auf eine 'Basisrente' herunter rasieren will, wird er auf den erbitterten Widerstand der Sozialdemokratie treffen", kündigte Klüssendorf an. Wer sich strukturellen Reformen immer wieder verweigere und jegliche Vorschläge aus den Reihen der SPD umgehend blockiere, mache sich absolut unglaubwürdig in der Aufforderung, dass die SPD ihre angebliche Blockadehaltung abgeben solle, so Klüssendorf.

Merz will mit SPD "reden"

Merz sieht dabei insbesondere die SPD in der Verantwortung. "Ich werde auch noch einmal mit dem Koalitionspartner sehr ernsthaft reden", kündigte der Kanzler an. "Mir reicht das nicht, was wir bisher geschaffen haben." 
"Wir müssen jetzt sehen, dass wir sehr schnell diese Reformen auch durchsetzen. Ich erwarte von den Sozialdemokraten, dass sie auch manche Blockade auflösen, die wir in den letzten Wochen und Monaten leider immer wieder gehabt haben", betonte der Kanzler.
Diese Nachricht wurde am 21.04.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.